Im Rahmen des "Modellprojektes Ehrenamt" abgeschlossene Projekte

Übersicht

Modellprojekt

Theorie und Praxis der Feld- und Geländebegehung
Magnetikprospektion der frühmittelalterlichen Befestigungen Haldenburg
und der Siedlungswüstung Lierheim in Schwaben

Geoarchäologische Prospektion in der Windsheimer Bucht (Mfr.)
Forschung zum Mesolithikum in Mainfranken, Tiefenthal (Ufr.)
Vor- und Frühgeschichte in der Ortschronik, Veitshöchheim (Ufr.)
Neugestaltung der Dauerausstellung im Heimatmuseum Ebern (Ufr.)
Museumspädagogische Schulung in Buchbrunn (Ufr.)
Umpackung und Einlagerung der Sammlung Dr. Brenner, Hemau (Opf.)
Abendvortrag zur Jungsteinzeit in Ahorn bei Coburg, (Ofr.)
Außenlager Horgau - Dokumentation, Augsburg
Lehrgrabung Mailing-Schmidtmühle, (mittelalterliche Kirche mit Bestattungsplatz und Siedlung), Ingolstadt
Experimentalarchäologische Vorführung (Rennofen und Bronzeguss), Kirchheim
Ausstellung"Geschichte der Trimburg – Archäologie im unteren Saaletal", Trimburg
Ausstellung „Turmgeheimnisse“ - Funde aus dem Schulglockenturm der Kirchenburg, Ostheim v.d. Rhön
Ausstellung, Archäologische Vitrine im Rathaus – „Brunnenfunde“, Burgbernheim
Ausstellung „950 Jahre Waigolshausen“
Machbarkeitsstudie „1200-Jahre Mömlingen“ (Chronik, Ausstellung, Wanderweg)
Bestandsaufnahme, Stollensystem unter der „Alten Spinnerei“, Bayreuth
Aufbau einer neuen Dauerausstellung im Stadtmuseum Germering
„Theorie und Praxis der Feld- und Geländebegehung“, Dachau
Archäologische Ausstellung im Stadtmuseum Neumarkt
Prospektion mit Hilfe eines Digitalen Geländemodells, Katzbach
Neugestaltung der Abteilung „Vor- und Frühgeschichte des Stadtgeschichtlichen Museums, Karlstadt
Projektwoche „Steinzeit" an den beiden Grundschulen , Zirndorf
Kinder Ferienprogramm, Henfenfeld
AirborneLaserScan-Daten, Knetzgau
Weitere Projekt zu Materialbeschaffung, Praxisseminaren, Vorträgen und Schulungen

Theorie und Praxis der Feld- und Geländebegehung

Die aus dem Modellprojekt heraus erarbeitete Schulung zur „Praxis der Feld- und Geländebegehung“ wurde mittlerweile in Form eines wissenschaftlichen Beitrags veröffentlicht (R. Obst, Theorie und Praxis der Feld- und Geländebegehung. In: A. Bräunling/J. Haidn/K. Notz (Hrsg.), Archäologie im Dachauer Land 2008-2010. Aktionen, Berichte und Forschungsergebnisse (Dachau 2011) 23-56).

Gerne stellen wir Ihnen diesen Beitrag zum Download zur Verfügung (pdf, ca. 3 MB).


Magnetikprospektion der frühmittelalterlichen Befestigungen Haldenburg und der Siedlungswüstung Lierheim in Schwaben

Im Rahmen des Modellprojektes Ehrenamt des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege wurde vom 08.-10. April 2011 in Kooperation mit dem Römisch-Germanischem Zentralmuseum Mainz und den Universitäten Bamberg und Jena mit großem Erfolg eine geomagnetische Prospektion an zwei frühmittelalterlichen Fundplätzen in Schwaben durchgeführt. Anlass der Prospektionsarbeiten waren die laufenden Forschungen des RGZM und der Friedrich-Schiller-Universität Jena zur frühmittelalterlichen Siedlungs- und Burgenlandschaft Bayern, in deren Mittelpunkt das 10. Jahrhundert und die Auswirkungen der Ungarneinfälle auf verschiedene Siedlungslandschaften und insbesondere Burgen stehen. Die Finanzierung der Arbeiten erfolgte durch das Modellprojekt Ehrenamt und das RGZM.

Zur Untersuchung wurde die Haldenburg bei Schwabegg am Rand des Wertachtales (ein klassischer Vertreter der sogenannten „Ungarnburgen“ mit mächtigen Wall-Graben-Systemen und Erdriegelfeldern als Reiterhindernis) sowie eine Siedlungswüstung bei Lierheim am Südrand des Nördlinger Ries (im Hinterland der „Ungarnburg“ Weiherberg im Christgartental) ausgewählt.

In drei Arbeitstagen und einem Nachbereitungstreffen konnten dabei durch die 14 ehrenamtlichen Mitarbeiter der Bodendenkmalpflege (u.a. vom Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte Augsburg und der Kreisheimatpflege des Landkreises Donau-Ries), Geomagnetik-Spezialisten der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und L. Werther als Koordinator und Vertreter des RGZM zahlreiche neue Erkenntnisse zu beiden Anlagen gewonnen werden.

Mit großem Einsatz der Ehrenamtlichen konnten an der Haldenburg, aller Wahrscheinlichkeit nach zu identifizieren mit der Burg Mantachinga, in die der Augsburger Bischof Ulrich 954 vor den Ungarn flüchtete, in teilweise schwer zugänglichem Gelände insgesamt 3620m2 prospektiert werden. Im Bereich der Vorburg gelang es, durch eine kombinierte Analyse von Magnetikmessbildern und LIDAR-Scans verschiedene Siedlungsbefunde sowie eine hölzerne Befestigung der südlichen Hangkante nachzuweisen. Da bislang unklar war, ob in der Vorburg überhaupt eine Bebauung vorlag und wie die Hangkanten befestigt waren, sind die Messergebnisse ein großer Fortschritt. Verschiedene Fragen zur Datierung und dem genauen Erscheinungsbild der Befunde sollen durch weitere Prospektionsarbeiten beantwortet werden. Die Prospektion des Erdriegelfeldes außerhalb der Vorburg erbrachte dagegen bislang keine eindeutig interpretierbaren Strukturen, sodass dort andere Methoden als Magnetik – beispielsweise gezielte Bohrsondagen - eingesetzt werden müssten.

Haldenburg Lierheim Mess- und Rodungsarbeiten im Vorburgareal der Haldenburg. Foto L. Werther

Der zweite untersuchte Fundplatz ist die frühmittelalterliche und linearbandkeramische Siedlungswüstung Lierheim im Nördlinger Ries. Der Fundplatz ist von besonderer Bedeutung, da im Ries - in scharfem Kontrast zu zahlreichen merowingerzeitlichen Gräberfeldern und dem über die Schriftquellen belegten dichten Siedlungsbild - kaum frühmittelalterliche Siedlungsfundstellen bekannt und archäologisch erforscht sind. Es ist daher ein großer Erfolg, dass zusammen mit den Ehrenamtlichen auf einer Messfläche von 16.800m2 eine Vielzahl von Siedlungsbefunden der verschiedenen Nutzungsphasen erfasst wurde. Neben einigen Nordwest-Südost orientierten länglichen Gruben, die wohl zur bandkeramischen Nutzungsphase gehören, sind zahlreiche kleinere rechteckige Anomalien als Grubenhäuser zu interpretieren. Außerdem ergab die Messung eine große viertelkreisförmige Grabenstruktur, die möglicherweise sogar eine Torsituation aufweist. Zur zeitlichen Einordnung des Fundplatzes trägt eine kleine Auswahl an Funden bei, die durch eine Begehung mit Einzelfundeinmessung gewonnen wurde. Zu den Funden gehören neben einer großen verzierten Randscherbe eines bandkeramischen Kumpfes auch frühmittelalterliche Randscherben, kammstrichverzierte Wandscherben der sogenannten Burgheimer Ware und zahlreiche Fließschlacken der Eisenverhüttung. Den zahlreichen offenen Fragen an den mehrphasigen und nur teilweise erfassten Fundplatz soll durch weitere Prospektionsarbeiten nachgegangen werden.

Das gemeinsame Projekt von Ehrenamtlichen, Denkmalamt, Universitäten und RGZM war damit ein voller Erfolg sowohl im Hinblick auf die Methodenvermittlung als auch im Hinblick auf die erzielten Ergebnisse. Besonders erfreulich sind die Initiativen zur Fortführung der Arbeiten durch die beteiligten Ehrenamtlichen, sodass auf die baldige Beantwortung zahlreicher noch offen stehender Fragen zu hoffen ist.


Geoarchäologische Prospektion in der Windsheimer Bucht (Mfr.)

Windsheimer Bucht

Der Wettergott meinte es nicht immer gnädig mit den 10 ehrenamtlichen Aktiven vom Archäologischen Verein Ergersheim und Umgebung e.V., die von Mitte März bis Ende Juli ihre Freizeit opferten, um einen Bohrstock in die Talaue zu treiben.

Mit der Gewinnung von Bohrkernen wollten sie mehr über das Umfeld keltischer und germanischer Siedlungen erfahren, das unter meterdicken Ablagerungen von Bächen im Idealfall unter Grundwasserniveau liegt. Außerdem hoffte man ungestörte Ablagerungen zu finden, die sich für künftige Pollenuntersuchungen nutzen lassen.

Zunächst verzögerte der ungewöhnlich lange Winter den Beginn der Maßnahme. Dann ließ der verregnete Mai die Vegetation derart rasch in die Höhe schießen, dass einige viel versprechende Flächen von den Untersuchungen ausgeklammert werden mussten. Zuletzt setzte die Hitzewelle den Menschen zu...>

Windsheimer Bucht

Bald stellte sich heraus, dass das Handbohrgerät, bestehend aus einem Nylonhammer, einem 1m-Bohrstock und einem 1m-Verlängerungsrohr, nicht ausreicht. Deshalb wurde ein weiteres, 1,5m langes Verlängerungsstück und ein Ziehgerät selbst zusammengebaut sowie ein 1,5m langer Bohrstock zum Vorbohren hergestellt. Schließlich konnte der Randbereich mehrerer archäologischer Fundstellen mit über 150 Bohrungen bis in 3,5 m Tiefe untersucht und die Bodenprofile dokumentiert werden. Für mikroskopische Untersuchungen wurde das Bohrgut nach Schichten getrennt eingetütet.

Für die Windsheimer Bucht sind Feinmaterialauen, die praktisch keine gröberen Bestandteile wie Grus oder Steine enthalten, charakteristisch. Dies hat den Einsatz simpler Bohrstöcke begünstigt bzw. erst ermöglicht. Und es war bekannt, dass in den Talauen anmoorige Böden oder sogar Niedermoortorf und feine Kalkausfällungen wie Seekreide oder Alm vorkommen, über die Mächtigkeit dieser Ablagerungen aber weiß man so gut wie nichts.

Unter dem zähen Auenlehm wurde es dann interessant: Tatsächlich fand man in den Bohrkernen kleine Keramikstückchen, Knochen, Holzkohle oder Rotlehm. Auch wenn die archäologisch relevanten Schichten noch tiefer in den Boden reichen gibt es neue Erkenntnisse zum Oberflächenrelief und zum Verlauf der Gewässer vor etwa 2000 Jahren.

Dr. W. Scharff (GeoArch, Gaildorf); Fotos: N. Schärfenberg


Forschung zum Mesolithikum in Mainfranken, Tiefenthal (Ufr.)

Tiefenthal

Im Frühjahr 2008 konnten im Nahbereich einer bekannten neolithischen Fundstelle erstmals Silices des Mesolithikums aufgelesen werden. Bei den nachfolgenden systematischen Prospektionen des etwa einen Hektar umfassenden Areals wurden in 2 Jahren rund 3000 mesolithischen Silices entdeckt.

Wegen der in Mainfranken sehr seltenen Belege mesolithischer Fundplätze weit außerhalb des Maintals wurden ab Frühjahr 2010 alle neu aufgelesenen Funde (knapp 1000 Silices) mittels eines GPS-Gerätes eingemessen. Die gemessenen Koordinaten wurden in ein Geographisches Informationssystem (GIS) importiert und mit der digitalen Flurkarte zusammengeführt. Zusätzlich lag ein Digitales Geländemodell aus LIDAR-Daten vor aus dem Höhenlinien abgeleitet wurden, um die Feintopographie des Fundplatzes besser beurteilen zu können.

Tiefenthal

Aus der Fundmasse wurden 134 näher ansprechbare Stücke des Mesolithikums ausgewählt und einer Detailanalyse unterzogen. Anhand der Mikrolithen konnte das Inventar an den Beginn des Mesolithikums, also in das 9. Jahrtausend, gestellt werden. Mittels Funddichteanalyse wurden mehrere Fundkonzentrationen herausgearbeitet. Die Kartierung verschiedener Grundformen und Typen konnte erste Ergebnisse andeuten, wesentlich weiter gehende Resultate würde eine Detailanalyse aller bislang gesammelten Artefakte liefern. Der Grundstein für weitergehende Forschungen wurde durch die Begehungen und Einzelfundeinmessungen gelegt und wird fortgeführt. Die Arbeit erscheint in den „Beiträgen zur Archäologie in Unterfranken 2011“.

Literatur:
St. Fach/R. Obst/A. Tillmann/L. Werther, Lesefunde auf der Höhe der Steinzeit - Die Tiefenthaler Höhe, Lkr. Würzburg. Beiträge zur Archäologie in Unterfranken 2011 (im Druck).



Vor- und Frühgeschichte in der Ortschronik, Veitshöchheim (Ufr.)

Für die Darstellung der Vor- und Frühgeschichte der geplanten Veröffentlichung wurde wissenschaftlich Unterstützung benötigt: Diese erfolgte sowohl in textlicher Korrektur als auch in der Auswahl von regionalem Fundmaterial, das bildlich im Buch aufbereitet, kommentiert und dargestellt wird. Das Ziel ist die interessant aufbereitete Darstellung dieser Epochen auf der Basis der örtlichen Funde, die den Leser letztlich dazu animieren sollen, selbst als „Forscher der Archäologie“ in seiner Heimat vor der Haustüre auf Entdeckungsreise zu gehen. Die „Chronik Veitshöchheim“ erscheint im Sommer/Herbst 2011 und umfasst ca. 500 Seiten, davon 15 Seiten und zahlreiche Fotos zur Vor- und Frühgeschichte.

Th. Struchholz


Neugestaltung der Dauerausstellung im Heimatmuseum Ebern (Ufr.)

Ebern

Im Heimatmuseum Ebern befand sich eine Sammlung archäologischer Funde der Region in einer nicht mehr zeitgemäßen Präsentation. Die Sammlung wurde nun wissenschaftlich bearbeitet und museumsdidaktisch neu strukturiert. Der Bürgerverein Ebern e.V. hat hierzu eine Vitrine angeschafft, in der (Dank weiterer an den Verein geschenkter Funde) die Ausstellung breiter angelegt werden konnte. Es werden nun Siedlungsbelege von der Mittelsteinzeit bis zur Neuzeit gezeigt. Einen Schwerpunkt der Präsentation bilden Funde von den Burgen des Eberner Raums. Zudem erscheint ein Museumsführer in der Reihe „Eberner Heimatblätter“.

U. Müller M.A.


Museumspädagogische Schulung in Buchbrunn (Ufr.)

In den Jahren 2001/2002 wurden am Rande des Dorfes umfangreiche Grabungen in einer linearbandkeramischen Siedlung durchgeführt. Der Verein Geschichte in Buchbrunn e.V. kümmert sich um die Vermittlung der Grabungsergebnisse und der regionalen Archäologie mittels Führungen durch eine Dauerausstellung im Rathaus, dem Ansehen eines Films und der Betreuung eines maßstäblichen Nachbaues eines bandkeramischen Langhauses.

Die Hauptzielgruppe sind Kinder zwischen 8 und 12 Jahren. Sie können an unterschiedlichen Workshops teilnehmen. Das Langhaus sorgt für Wetterschutz und ist die ideale Umgebung, um den Besuchern einen Eindruck vom Leben in der Steinzeit zu geben. Um die rund 1000 Besucher im Jahr immer besser betreuen zu können wurde eine museumspädagogische Weiterbildung für die Mitglieder des Vereins durchgeführt und zugleich die Kenntnisse zur lokalen Vor- und Frühgeschichte vertieft.

Dr. C. Merthen, C. Jauck M.A.


Umpackung und Einlagerung der Sammlung Dr. Brenner, Hemau (Opf.)

Seit Jahrzehnten hat der ehemalige Vorsitzende der DOLINA Gesellschaft für Landeskunde, Dr. Brenner, fast jede freie Minute genutzt, um die Felder im Tanngrintel und darüber hinaus abzugehen und bevorzugt Eisenschlacken aufzusammeln, zu kartieren und zu katalogisieren.

Hemau

Um den langfristigen Bestand diese Sammlung zu gewährleisten wurde eine Vereinbarung mit dem Stadtmuseum Ingolstadt (Dr. G. Riedel) getroffen. Das Stadtmuseum erklärte sich bereit, die Sammlung von über 500 Fundplätzen aufzunehmen und dauerhaft zu lagern. Die zuvor genutzten 380 Holzkisten waren für eine dauerhafte Einlagerung nicht geeignet und die Funde wurden gemäß den Richtlinien des BLfD vertütet und in Euro-Normboxen umgepackt.

Nach dem erfolgreichen Abschluss wurde die Sammlung Herrn Prof. A. Schäfer, Uni Bamberg, und Herrn Dr. G. Gassmann, Uni Tübingen, gezeigt und hiermit eine wissenschaftliche Diskussion und Aufarbeitung (etwa im Rahmen einer Magisterarbeit oder Dissertation) zur Frage der Eisenverhüttung auf dem bayerischen Jura / Tangrintel angeregt.


Abendvortrag zur Jungsteinzeit in Ahorn bei Coburg, (Ofr.)

Ahorn bei Coburg

Der „Arbeitskreis Geschichte und Archäologie Coburg“ war an der Entdeckung und ehrenamtlich an den umfangreichen Ausgrabungen an der ICE Strecke in der linearbandkeramischen Siedlung bei Stadel (LIF) beteiligt. Nach Abschluss der Grabungen hatte der Arbeitskreis am 26.11.2010 im Bürgerhaus in Ahorn zum Abendvortrag „Der Tunnel zur Jungsteinzeit – Die Grabung bei Stadel und ihre Bedeutung für Archäologie Nordbayerns“ eingeladen.

Die Referentin Dr. Jessica Kuhn ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Freien Universität Berlin und hat über die umfangreichen Grabungen im unterfränkischen Buchbrunn promoviert. Anhand Ihrer Ergebnisse zeigte sie auf, was nun nach der Ausgrabung geschieht, was in Stadel möglich sein kann und was es denn überhaupt mit der „Linearbandkeramische Kultur“ vor über 7000 Jahren auf sich hat. Der Saal im Bürgerhaus war überraschend gut gefüllt und der Vortrag stieß auf sehr positive Resonanz.



Blechschmiede Horgau - KZ-Außenlager und Waldfabrik für die NS-Rüstungsproduktion

Im Rahmen eines Masterstudienganges an der Hochschule München untersuchte der aus Horgau kommende Markus Seiler im Herbst 2007 die Häftlingsgesellschaft im KZ Dachau nach Anzeichen von 'Sozialem Kapital'. Er begeisterte seinen ehemaligen Lehrer und Schüler der Realschule Neusäß für die Idee, ein Außenlager des KZ Dachau zu erforschen, dessen Relikte versteckt im Wald nordöstlich der Gemeinde Horgau liegen.

Horgau2

Zusammen mit dem Kreisjugendring Augsburg-Land wurde das Projekt „Arbeitshandschuhe statt Zeigefinger“ ins Leben gerufen. Die Kreisheimatpflege und der Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte im Heimatverein für den Landkreis Augsburg e.V. unterstützten maßgeblich seit Herbst 2009 das Projekt, um u.a. die erforderlichen Vermessungsarbeiten der Anlagen durchzuführen.

Horgau1

Da das Areal der Waldfabrik in der Zwischenzeit den Status eines Bodendenkmals (Fundstellennummer 7530-0115) erhalten hatte, wurde der für alle Maßnahmen erforderliche Antrag auf Grabungserlaubnis gestellt und vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde auch erteilt.

Die Projektplanung umfasste jedoch nicht nur die Bestandsaufnahme und Vermessung der noch vorhandenen Baustrukturen, sondern auch eine Archiv-Recherche durch Historiker, die Gestaltung und Aufstellung von zwei Informationstafeln am Radweg Weldenbahn im nahen Ortsteil Horgau-Bahnhof und am Gelände der Waldfabrik, sowie eine Visualierung der Dimensionen und Verteilung der Gebäudereste im Wald durch farbige Holz-Stelen und kleine Hinweistafeln.

Horgau4

In einer Broschüre konnte das Gesamtprojekt vorgestellt und die wichtigsten Ergebnisse aus den Recherchen und der Bestandsaufnahme sowie Zeitzeugeninterviews und Berichte veröffentlicht werden. Die Finanzierung erfolgte mit Mitteln aus dem Modellprojekt Archäologie und Ehrenamt, der Bayerischen Staatsforsten AöR, der Gemeinde Horgau und der Walther-Seinsch-Stiftung (Kreisjugendring).
Insgesamt wurden über 1000 Stunden an ehrenamtlicher Arbeitszeit geleistet.

Der Abschluss des Projekts fand am 20. November 2010 bei einer kleinen Feier in Horgau statt. Nach einer Führung im Gelände des KZ Außenlagers und einem Vortrag von Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl mit dem Thema „Gedenken und Erinnern. Die KZ-Außenlager in Schwaben“ wurde die Broschüre vorgestellt.

Es war Ziel dieses Projektes, die Relikte der „Waldfabrik“ in einem Wald, der heute so viel Frieden ausstrahlt, zu einem Ort der Erinnerung an die Opfer zu machen.


Lehrgrabung Mailing-Schmidtmühle (mittelalterliche Kirche mit Bestattungsplatz und Siedlung), Ingolstadt (Obb.)

Auch für die fünfte Grabungskampagne 2010 der Lehrgrabung bei der Schmidtmühle in Ingolstadt galten die gleichen Voraussetzungen wie für die erste Lehrgrabung 2006. Wieder sollten Laien den technischen Ablauf einer archäologischen Ausgrabung kennen lernen und möglichst viel der Grabungs- und Dokumentationsarbeiten selbst durchführen, was erneut realisiert werden konnte. Ziel Ausgrabung im Jahr 2010 war es, in den zur Verfügung stehenden drei Wochen, die in den vorausgegangenen Jahren gewonnenen Erkenntnisse zu erweitern und zu vertiefen. Speziell sollte die Ostgrenze des bekannten Friedhofsareals erforscht werden.

An Funden konnte hauptsächlich spätmittelalterliche Keramik geborgen werden, die vor allem aus einer Siedlungsschicht des nördlichsten Grabungsschnittes stammte; daneben konnte spätmerowingische bis hochmittelalterliche Keramik geborgen werden. Die Grabungsmannschaft bestand in diesem Jahr aus 9 Teilnehmern (darunter auch zwei Schüler); viele der Teilnehmer sind bereits seit der ersten Grabungskampagne dabei. Dank einer Zeltüberdachung und einigermaßen guter Witterung gab es während der drei Grabungswochen keine Ausfallzeiten.

Um der Öffentlichkeit das Projekt Lehrgrabung wie auch die Grabungsergebnisse zu präsentieren, endete die Lehrgrabung wieder am Tag des Offenen Denkmals (12.09.2010). Dank der schnellen Restaurierung in den Werkstätten des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege konnte das herausragendste Fundstück, ein Beinkamm aus einer Siedlungsgrube des 7./8. Jahrhunderts, am Tag des offenen Denkmals bereits der Öffentlichkeit präsentiert werden.


Experimentalarchäologische Vorführung (Rennofen und Bronzeguss), Kirchheim (Obb.)

dachau1

Am 7. und 8. August 2010 fand am Bajuwarenhof Kirchheim (Projekt für lebendige Archäologie des frühen Mittelalters) eine Veranstaltung zu frühgeschichtlichem Metallhandwerk statt. Für die Mitglieder und Mitarbeiter des Bajuwarenhofes begannen die Vorbereitungen bereits lange vor dem Veranstaltungswochenende mit Entwürfen für Pressemitteilungen und der Gestaltung des Rahmenprogramms.

Am 06. August trafen die beiden Wiener Experimentalarchäologen Erich Nau und Stefan Eichert ein, die auch auf dem Bajuwarenhof übernachteten. Am folgenden Morgen Tages begann der Aufbau des Rennofens, der neben fachkundigen Besuchern auch mehrere Schüler einer nahegelegenen Schule anzog und die von den beiden Experimentalarchäologen fundiert informiert wurden. Die öffentliche Veranstaltung begann am Sonntag gegen 8 Uhr. Das reichhaltige Rahmenprogramm und die Versorgung der Besucher mit Speisen und Getränken sorgten für einen steten Zustrom an Interessierten, der trotz zwischenzeitlicher Regenschauer anhielt.

dachau2

Dank eines gut organisierten Rahmenprogrammes, das neben einem, wurde ausschließlich von Vereinsmitgliedern und -mitarbeitern organisiert und ausgeführt. Durch die Kombination von zentraler Veranstaltung (Rennofen und Bronzeguss), fachlichem Rahmenprogramm (Grubenbrand, fachlich versierte Führungen durch das Gehöft und Vorführen mittelalterlichen Handwerks) und Verköstigung konnten neben interessierten Laien auch das Fachpublikum weiter entfernt liegender Gebiete (z.B. Augsburg) angezogen werden.

Durch die fundierten und ausdauernden Erklärungen der Mitwirkenden konnte so ein Anliegen des Bajuwarenhofes Kirchheim, das sich als Projekt für lebendige Archäologie des frühen Mittelalters versteht, umgesetzt werden; dies spiegelte sich auch in der äußerst positiven Resonanz in der lokalen und überregionalen Presse wieder.

Öffnungszeiten:
Mai bis September, jeden Sonntag, 11-17 Uhr und gerne nach Absprache.
Info: www.bajuwarenhof.de


Ausstellung"Geschichte der Trimburg – Archäologie im unteren Saaletal", Trimburg (Ufr.)

Die Freunde der Trimburg e.V. sorgen seit den 80er Jahren für den Erhalt und Ausbau der gleichnamigen Burgruine über dem Saaletal bei Trimberg, Marktgemeinde Elfershausen. Erstmals können nun an diesem beliebten Ausflugsziel archäologische Funde der Region und insbesondere der Trimburg präsentiert werden.

Der Verein förderte bereits die archäologischen Untersuchungen, die 1993/94 unter der Leitung des Historikers Jens Martin, M.A. und der Mitverantwortlichkeit des für die Ausstellungskonzeption beauftragten Archäologen, Ulrich Müller M.A., stattfanden. An dem etwa 200 m bergauf liegenden Burgstall legten sie Fundamente der Vorgängeranlage Alt-Trimburg frei. Dabei wurden zahlreiche Fundstücke, wie beispielsweise Relikte des alltäglichen Gebrauchs, aber auch Schmuck und Waffen, geborgen. Bislang ruhten die Grabungsfunde im privaten Depot und können nun durch die Unterstützung des Modellprojektes "Archäologie und Ehrenamt" und lokaler Sponsoren im Rahmen der neu konzipierten Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

trimburg

Im Erdgeschoss des Erthalgebäudes wurden neue abschließbare Vitrinen für die Exponate installiert.

Neben den Grabungsfunden wird die Ausstellung durch zahlreiche Lesefunde aus dem Umfeld der Trimburg, die von ehrenamtlichen Heimatpflegern in langjähriger Arbeit zusammengetragen wurden, bereichert. Aus deren Sammeltätigkeit stammen auch Funde aus der Vor- und Frühgeschichte der Region, die mit einigen aussagekräftigen Exemplaren in der Ausstellung vertreten sind.

Die zahlreichen Besucher der Trimburg werden durch Texte und Schautafeln über Historisches und Archäologisches bezüglich der Trimburg und der Region informiert. Die regelmäßigen Burgführungen für Ausflugsgruppen von Schulen und Interessierten werden durch die Ausstellung um eine wissenschaftliche Attraktion bereichert.

Öffnungszeiten: Sonn- und Feiertags von Mai bis Oktober sowie zu zahlreichen Veranstaltungen (siehe Aushang am Burgtor)

Ulrich Müller M.A.


Ausstellung „Turmgeheimnisse“ - Funde aus dem Schulglockenturm der Kirchenburg, Ostheim v.d. Rhön (Ufr.)

Von Juli 2008 bis November 2009 wurden im sog. „Schulglockenturm“ der Ostheimer Kirchenburg durch Kirchenburgfreunde unter fachlicher Begleitung durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege ehrenamtlich Ausgrabungen durchgeführt. In der über 4 Meter abgetragenen Schuttverfüllung fanden sich zahlreiche mittelalterliche und neuzeitliche Funde, allerdings ohne stratigrafischen Zusammenhang.

Unzählige Keramikscherben wurden durch eine Gruppe engagierter Frauen in zahllosen Stunden gereinigt und zusammengesetzt. Durch die Trockenheit im überdachten Turm erhielten sich seltene Objekte wie Textilen, Leder, Papier, hölzerne Gebrauchsgegenstände usw.

ostheim1

Für die zum Tag des offenen Denkmals fertig gestellte Ausstellung (11. Sep. - 01. Nov. 2010) in den unmittelbar benachbarten Räumen der ehemaligen Kirchhofschule wurden einzelne Themengruppen mit großformatigen, reich illustrierten Informationstafeln vorgestellt und den drei Ausstellungsräumen entsprechend angepasst.

ostheim2

In großen Standvitrinen wurde Keramik ausgestellt, in anderen Vitrinen eine Auswahl von Textilien, hölzerne Gebrauchsgegenstände und allerlei kuriose Fundstücke bis zu Spielzeugteilen des frühen 20. Jh. Ein aus Styropor gefertigtes, großformatiges Kachelofenmodell und zahlreiche im Turm gefundene, auf einem Mauermodell lose aufgeschichtete Wurfsteine belebten die Ausstellung.

Durch einen kurzen Gang konnte der Besucher den Fundort selbst betreten: Geschützt durch ein (vorläufig eingefügtes) Gitter in einer Bodenöffnung wurde der Blick freigegeben auf den ausgegrabenen Turmbereich. Daneben illustrierten Grabungsfotos und eine Querschnittzeichnung durch den Turm die Arbeiten.

Die Ausstellung wird in eine Dauerausstellung mit leicht modifiziertem Konzept und ggf. anderen Räumlichkeiten überführt werden.

Dr. Karen Schaelow-Weber


Ausstellung, Archäologische Vitrine im Rathaus – „Brunnenfunde“ , Burgbernheim (Mfr.)

Im Besitz der Stadt Burgbernheim befinden sich archäologische Funde, die bislang nicht öffentlich ausgestellt werden. Die Stadt hat eine ansehnliche Vitrine im Rathaus aufgestellt, in der Fundstücke aus dem Gemeindegebiet zu betrachten sind.

Burgbernheim

In der Vitrine werden ausgewählte Exponate dauerhaft installiert, aber es ist auch Platz für aktuelle Funde von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Als erstes wurde nun eine Ausstellung von Dr. M Beck konzipiert, in der Funde des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit ausgestellt sind, die beim Reinigen eines Brunnens im Ortsteil Schwebheim gebogen wurden. Hierunter befinden sich zahlreiche Keramikscherben, insbesondere von Henkelflaschen, zudem einige Münzen, Plomben, Knöpfe und vielerlei Spielzeug. Dutzende Murmeln aus Keramik und Stein bezeugen zusammen mit entsprechenden Zielsteinen, dass der Brunnen am Ortsrand zeitweise wohl auch Mittelpunkt gesellschaftlichen Lebens war. Kurios sind Funde wie ein mesolithischer Kernstein oder ein latenzeitliches Glasarmreiffragment.

Zur Eröffnung übereichte die Stadt Burgbernheim zudem eine kleine, liebevoll gestaltete Broschüre zur Fundgeschichte und Ausstellung der Brunnenfunde, die in ehrenamtlicher Arbeit erstellt und von der Stadt finanziert wurde.

Nächstes Jahr werden rund die Hälfte der Funde aus der Vitrine genommen und machen aktuellen Neufunden der ehrenamtlichen Mitarbeiter Platz.


Ausstellung „950 Jahre Waigolshausen“ , Waigolshausen (Ufr.)

Für die Durchführung einer archäologischen Ausstellung zum 950-jährigen Orstjubiläum der Gemeinde Waigolshausen (11./12. September 2009) wurde fachliche Unterstützung benötigt. Es wurden in zwei Vitrinen Funde aus Waigolshausen und v.a. der Nachbargemeinde Zeuzleben (Dank Herrn F. Beßler) ausgestellt, die bei den Feierlichkeiten großen Anklang fanden. Zugleich fragten sich aber Viele, weshalb der Nachbarort mit Funden aushelfen muss. Dies war schließlich auch beabsichtigt und nun haben archäologisch interessierte Bürger bereits einen Bedarf an Begehungsschulungen bekundet, die im Winter auf der Ortsgemarkung angegangen werden.


Machbarkeitsstudie „1200-Jahre Mömlingen“ (Chronik, Ausstellung, Wanderweg), Mömlingen (Ufr.)

Zwischen 802 und 817 wurde Mömlingen erstmals urkundlich erwähnt. Die Gemeinde und der Heimat- und Geschichtsverein Mömlingen planen für spätestens 2015 eine 1200-Jahr-Feier. Hier sollen auch die archäologischen Quellen, die die Ortsgründung mindestens in die Merowingerzeit zurückdatieren und in der Flur bis in die Jungsteinzeit reichen, entsprechend gewürdigt werden. Es ist hierbei an eine Ausstellung im Heimat- und Schulmuseum Mömlingen, an die Erstellung einer Ortschronik, an einen Wanderweg gedacht.

Um den Umfang einer entsprechenden wissenschaftlichen (und ggf. restauratorischen) Aufarbeitung und einer Präsentation der Ergebnisse im Rahmen der 1200-Jahr-Feier abschätzen zu können, wurde zunächst eine Machbarkeitsstudie von Dr. A. Reis erarbeitet. Nun besteht Klarheit über Art und Umfang verschiedener Möglichkeiten der archäologischen Darstellung Mömlingens und die Planungen zum Ortsjubiläum können auf verlässlicher Basis angegangen werden.


Bestandsaufnahme, Stollensystem unter der „Alten Spinnerei“, Bayreuth (Ofr.)

Die Anlage erstreckt sich unter dem Gelände der ehemaligen „Alten Spinnerei“ zwischen dem Hauptbahnhof im Westen und dem Landratsamt im Osten. Von der der Höhlenforschungsgruppe Blaustein wurde das Stollensystem erkundet und vermessen, wobei eine detaillierte Befundung, Foto- und Plandokumentation erfolgte.

bayreuth

Die Streckenführung beläuft sich derzeit auf knapp über 300 m Gesamtlänge, wobei sich die Stollenanlage aus mehreren, meist orthogonal zueinander verlaufenden Teilstrecken von bis zu 75 m Länge zusammensetzt. Die Raumkubatur ist meist hochoval in den anstehenden Burgsandstein geschlagen und hat eine Breite zwischen 0,60 bis 0,80 m bei einer Raumhöhe von 1,20 bis 4,20 m.

Die beiden im Südwesten und Nordosten sich abzeichnenden Fortsetzungen der Stollenführung konnten bisher noch nicht weiter untersucht werden, da sie unter Wasser stehen oder verfüllt sind. Der nördliche jüngere Stollenabschnitt ist mehrfach baulich verändert worden, wobei sogar Ziegelmauerwerk ungleicher Mauermatrix installiert wurde. Es ist anzunehmen, dass dieser Bereich bis in das frühe 20. Jahrhundert hinein genutzt wurde.

In der Gesamtschau wurde die Anlage wohl hauptsächlich zur Wasserführung genutzt, wobei das Bergwasser mit einem leichten Gefälle von Osten her kanalisiert, in diesem Bereich zusammengeführt und weiter geleitet wurde. Die Fortsetzungen konnten leider derzeit noch nicht lokalisiert werden. Relikte von Prospektionsstollen (?) lassen zu Recht vermuten, dass hier auch die Suche nach Bodenschätzen erfolgte. Eine Abschließende Beurteilung dieser Anlage im Kontext zu weiteren Anlagen dieser Art ist in Arbeit.


Aufbau einer neuen Dauerausstellung im Stadtmuseum Germering, Germering (Obb.)

Ziel des Projektes war, die archäologisch fassbare Geschichte von Germering in einer flexibel aufgebauten Dauerausstellung darstellen. Diese Dauerausstellung kann durch die neue Konzeption leichter umrangiert werden, um bei folgenden Sonderausstellungen - entsprechend den Themen und den jeweiligen Platzbedürfnissen - eine optimale Darstellung zu ermöglichen.

Die entsprechend der Zeitstellung arrangierten Funde wurden mit neuen Schautafeln erklärt, dabei wurden die Arbeiten so geplant, dass die Ergebnisse bei der für die weitere Zukunft geplanten Ausstellung mit völlig neuen Vitrinen weiter benützt werden können. Die Arbeiten begannen im März und waren bereits Mitte Mai 2010 größtenteils abgeschlossen. So war es möglich, anlässlich der Sonderausstellung zur Bronzezeit in Germering (15.-30. Mai) auch die Dauerausstellung neu zu präsentieren.

Info: www.museumsverein-germering.de


„Theorie und Praxis der Feld- und Geländebegehung“, Schulung, Dachau (Obb.)

Als erstes Projekt im Rahmen des Modellprojekts Archäologie und Ehrenamt, das von der Gesellschaft für Archäologie in Bayern, dem BLfD und dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege getragen wird, fand in Dachau am 21. September 2009 eine Lehrveranstaltung für Ehrenamtliche zum Thema Feld- und Geländebegehung statt.

dachau1

Eingeladen hatte der Archäologische Verein für Stadt und Landkreis Dachau e.V. Die Teilnehmer kamen aus fünf unterschiedlichen Vereinen und Landkreisen (Archäologischer Verein für Stadt und Landkreis Dachau e.V.; Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte im Heimatverein für den Landkreis Augsburg; Archäologischer Arbeitskreis am Museum Erding; Archäologischer Verein Erding e.V.; Historischer Verein für die Stadt und den Landkreis Fürstenfeldbruck e.V.). Daneben waren noch Mitarbeiter der Unteren Denkmalschutzbehörden, der Gemeinden und die Grundstückseigentümer in den Schützensaal des Gasthof-Hotels „Drei Rosen“ in Dachau gekommen.

In einem theoretischen Teil am Vormittag erläuterte Dr. Obst alles Wissenswerte zu theoretischen Grundlagen und zur praktischen Durchführung von Feldbegehung und Prospektion. Die 47 Teilnehmer erhielten dazu ein sehr ausführliches Skript, in dem nicht nur die wichtigsten gesetzlichen Grundlagen (DSchG, BGB und sogar StGB) nachzulesen sind, sondern auch Anleitung zu Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung gegeben wird.

Ein kleiner Exkurs führte von der Frage der Bewertung von Scherbenschleiern auf einer Fundstelle zur allgemeinen Problematik von Sekundärfundstellen. In einem weiterem Referat befasste sich daran anschließend Dr. Bloier mit der römischen Siedlungslandschaft im heutigen Landkreis Dachau, beleuchtete die Typologie römischer Villen und schloss mit Ausführungen zum Umgang mit Fundstücken.

dachau3

Der Nachmittag gehörte dann bei idealen Wetterverhältnissen ausschließlich dem praktischen Teil auf dem Gebiet der römischen villa rustica von Bayerzell (Gemeinde Pfaffenhofen a. d. Glonn), in einem idyllischen Wiesental. Dass dabei auch die Mitarbeit von Maulwürfen gewürdigt werden muss, bewiesen die Scherben, die von den Teilnehmern ebenso begeistert von den Maulwurfshaufen aufgelesen wurden. Bei der systematischen Begehung in dem in kleine Planquadrate gerasterten Ackergelände von fast ein Hektar Ausdehnung, konnten zahlreiche Funde aufgelesen werden, wobei es sich zum überwiegenden Teil um römische Baukeramik handelte. Die Auswertung der Funde wurde während der Wintermonate von den Vereinsmitgliedern durchgeführt.

Am 27. Februar 2010 folgte ein abschließendes Treffen der Vereinsmitglieder, bei dem von Herrn Dr. Bloier und Herrn H. Krause M.A., detailliert auf die Funde, ihren Zusammenhang sowie grundlegende Fragen der anwesenden Vereinsmitglieder eingegangen wurde.


Archäologische Ausstellung im Stadtmuseum Neumarkt (Opf.)

Erst seit einem Jahr existiert im Historischen Verein für Neumarkt / Opf. und Umgebung ein Archäologischer Arbeitskreis. Zum 850-jährigen Stadtjubiläum wurde eine Ausstellung im Stadtmuseum geplant, bei deren Umsetzung das Modellprojekt „Archäologie und Ehrenamt“ eine wissenschaftliche Begleitung ermöglicht hat. Die Ausstellung fand statt vom 20. Mrz. bis 31. Jul. 2010.

Der Archäologischen Arbeitskreis erhielt so die Möglichkeit, sich und seine Arbeit zu präsentieren und auf die Zeit vor der schriftlichen Überlieferung im Raum Neumarkt sowie auf die Belange der Bodendenkmalpflege aufmerksam zu machen.

Die Ausstellung umfasst je eine Vitrine zur Mittelbronzezeit und zur Hallstattzeit, eine großformatige interaktive Fundstellenkartierung des Gemeindegebiets Neumarkts und entsprechende Wandtexte. Für die Ausgestaltung der Vitrinen wurden bislang nicht ausgestellte Altfunde aus dem Fundus des Museums sowie erst jüngst geborgene Lesefunde ausgewählt.

Insbesondere im Hinblick auf den im Entstehen begriffenen Archäologischen Arbeitskreis und das bisherige Schattendasein der Vor- und Frühgeschichte Neumarkts stimmt dieses Projekt hoffnungsvoll. Der Aufbau einer archäologischen Dauerausstellung im Stadtmuseum kann hiermit angeregt werden.


Prospektion mit Hilfe eines Digitalen Geländemodells, Katzbach (Opf.)

Im Prosdorfer Forst weisen Flurnamen und verschiedene Kulturlandschaftselemente auf die urkundlich im Spätmittelalter fassbare "Wüstung Hoener" hin. Mit Hilfe von ALS-Daten (Airborne Laserscanning), die vom Landesamt für Vermessung und Geoinformation erworben wurden, konnte am 30. Mrz. 2010 eine gezielte Begehung der Verdachtsflächen unternommen werden. Es waren so kaum sichtbare Strukturen wie Geländestufen u. ä. wesentlich deutlicher wahrnehmbar. Andererseits waren einzelne obertägig erhaltene und gut erkennbare Elemente wie etwa Trockenmauern oder Lesesteinhaufen im konventionellen Geländescan teilweise herausgefiltert.

Ein ehrenamtliche Mitarbeiter wird den Untersuchungsraum weiter begehen und die sichtbaren Relikte mittels GPS einmessen. Die so gesammelten Daten kommen nicht nur der Bodendenkmalpflege zugute, es kann damit auch kulturgeografisch gearbeitet werden.


Neugestaltung der Abteilung „Vor- und Frühgeschichte des Stadtgeschichtlichen Museums, Karlstadt (Ufr.)

Nach gut einem halben Jahr Vorbereitungszeit und vielen hundert Stunden Arbeit wurde am 16. Juni 2010 die neu gestaltete Abteilung „Vor- und Frühgeschichte“ im Stadtgeschichtlichen Museum Karlstadt eröffnet.

Im vom Historischen Verein Karlstadt ehrenamtlich geführten Museum konnten mit der Einweihung 1985 lediglich einige Funde aus Stadtkerngrabungen präsentiert werden. Mit dem Entstehen der „Archäologischen Arbeitsgemeinschaft Karlstadt“, einer ehrenamtlichen Arbeitsgruppe im Verein, wurden dann vermehrt vor- und frühgeschichtliche Objekte auch des Umlandes in die bestehende Schausammlung eingegliedert.

Die seit der Museumseröffnung kaum modifizierte Konzeption im Zusammenspiel mit wenig platzsparenden Tischvitrinen hatte zu einer etwas unübersichtlichen Ansammlung von Exponaten geführt. Zudem gestatteten die nicht einbruchsicheren Vitrinen leider nicht die Ausstellung von wissenschaftlich unersetzbaren Objekten aus der früh- bis hochmittelalterlichen Zentralsiedlung Karlburg am Main. Letztere standen z.B. 2008 im Zentrum der Ausstellung „Eine Welt in Bewegung“ in Würzburg und Paderborn, und sind für die Frühgeschichte Bayerns von herausragender Bedeutung.

karlstadt

Nun, 25 Jahre nach der Eröffnung des Museums, konnte mit finanzieller Unterstützung durch das Modellprojekt "Archäologie und Ehrenamt" und lokaler Sponsoren sowie mit einer nicht unerheblichen Eigenleistung des Historischen Vereins eine zeitgemäße Präsentation bedeutender Funde des Umlandes verwirklicht werden.

Für die Ausstellung wurden große Standvitrinen mit Sicherheitsglas angeschafft, in denen jetzt ausgewählte Stücke aus Karlburg gezeigt werden können. Die lange Zeitspanne vor dem Mittelalter wird durch wenige aussagekräftige Objekte illustriert, wobei bedeutende Funde, wie die der Altsteinzeit, breiter thematisiert werden. Vielerlei erläuternde Texte und Zeichnungen runden die Präsentation ab, so dass auch ein fachlich nicht versierter Besucher die Archäologie der Umgebung verstehen kann. Auch Stadtführungen, Unterrichtseinheiten an Schulen der Region und natürlich Fachleute können hiervon profitieren.

Die Neukonzeption wurde von Ulrich Müller, M.A., umgesetzt. Kräftig mit angepackt haben natürlich Mitglieder des Historischen Vereins und die Stadt Karlstadt. Dank gebührt auch der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Mainfränkischen Museum Würzburg - und natürlich nicht zuletzt den Findern von der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft, die ihre Miteigentumsrechte an den ausgestellten Exponaten an die Stadt abgetreten haben. Damit ist sichergestellt, dass die Funde auch in Zukunft vor Ort und öffentlich zugänglich bleiben.

Öffnungszeiten (1. Mai bis 15. Oktober):
Mo-Fr: 10:00 - 13:00 Uhr und 14:00 - 18:00 Uhr
Sa: 10:00 - 13:00 Uhr und 15:00 - 17:30 Uhr
So: 10:00 - 12:00 Uhr; 1. Sonntag im Monat: 14:00 - 16:00 Uhr


Projektwoche „Steinzeit" an den beiden Grundschulen , Zirndorf (Mfr.)

Die Projektwoche der Grundschule 1 in Zirndorf, Lkr. Fürth, stand in diesem Jahr unter dem Motto „Steinzeit“. Veranstalter war die Vorzeitkiste Erlangen, eine Initiative für Museumspädagogik und Öffentlichkeitsarbeit der Ur- und Frühgeschichtlichen Sammlung der Universität Erlangen.

zirndorf1

Vom 21. bis 25. Juni sowie vom 28. Juni bis 02. Juli 2010 wurden 388 Schüler in zwei Schulhäusern ganzheitlich an das Thema herangeführt. Sie bekamen so die Möglichkeit, wissenschaftliche Zusammenhänge über alle Sinne zu erfassen, zu erlernen und damit nachhaltig zu verstehen. Im Vorfeld erhielten die Lehrer eine Schulung und Handreichungen zum Konzept.

zirndorf2

Anschauung und eigenes Erleben halfen den Kindern, die Steinzeit intensiv zu erfahren und so ein Verständnis für die Umwelt und die Anforderungen an den Menschen in den verschiedenen Phasen seiner Entwicklung aufzubauen. Ihre Neugier und ihr Wissensdurst werden sie nun mit offenen Augen nicht nur archäologische Ausstellungen und Museen, sondern auch ihr eigenes Umfeld erforschen lassen. Der intensive Austausch mit der Schule wird fortgesetzt.

Dr. C. Merthen


Kinder Ferienprogramm, Henfenfeld (Mfr.)

Die „Historische Gesellschaft Hammerbachtal“ hat am 5. August ein Kinder-Ferienprogramm unter dem Thema „Geschichte und Altertumskunde als Abenteuer: Auf den Spuren der alten Henfenfelder“ veranstaltet.

Henfenfeld

Mitgemacht haben 10 Kinder aus Henfenfeld und Engelthal und 2 Lehrerinnen aus einer Nürnberger Grundschule. Nach dem Prinzip einer Schnitzeljagd mussten die Kinder an verschiedenen relevanten Stationen "Artefakte" (kleine Belohnungsstücke) finden. Dabei wurde jeweils auch Wissen über die entsprechenden Funde, Spuren und/ oder über topografische Auffälligkeiten vermittelt.

Für die Suche erhielten die Kinder einen Plan nach dem Muster der Pfinzing'schen Karte von Henfenfeld aus dem Jahr 1584, in dem die zu findenden Stationen eingezeichnet waren. Den Kindern hat es großen Spaß gemacht. Sie haben eine 21-seitige Ausarbeitung zum Suchspiel erhalten - und damit auch alle Sachinformationen, die vermittelt werden sollten.


AirborneLaserScan-Daten, Knetzgau (Ufr.)

Mit Hilfe eines Digitalen Geländemodells konnte vom „Historischen Verein Landkreis Hassberge e.V.“ eine bislang unbekannte vor- und/oder frühgeschichtliche Abschnittsbefestigung entdeckt werden


Weitere Projekte

Augsburg, Schw. Trentelberg und Fürsaumfeld – Broschüre
Loh, Obb. Kelten-Römer-Germanen
Germering, Obb. Publikation – Vorgeschichtliche Skelettfunde in Germering


Materialbeschaffung

Erding, Obb. Der „Archäologische Arbeitskreis am Museum Erding“ erhielt Unterstützung für die Dokumentation der Sammlung bzw. von Feldprojekten
Augsburg, Schw. Der „Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte, Landkreis Augsburg“ erhielt Unterstützung für die Feldarbeit


Schulungen (Praxis der Feld- und Geländebegehung)

Karlstadt, Ufr. (23.01.10) Archäologische Arbeitsgemeinschaft im Historischen Verein Karlstadt e.V.
Gefrees, Ofr. (30.01./10.04.10) Historisches Forum Gefrees e.V.
Kitzingen, Ufr. (20.02.10) Archäologischer Arbeitskreis im Museum Kitzingen
Gochsheim, Ufr (25.02.10/13.03.11) Vorgeschichtlicher Arbeitskreis Gochsheim
Neumarkt, Opf. (27.03.10) Archäologischer Arbeitskreis im Historischen Verein Neumarkt/Opf. e.V.
Coburg, Ofr. (24.04.10) Arbeitskreis Geschichte und Archäologie Coburg
Bayreuth, Ofr. (05.06.10) Historischen Verein für Oberfranken e.V.
Kelheim, Ndb. (17.09.10) Kreisarchäologie Kelheim
Herrsching am Ammersee, Obb.
(09.10.10)
Verein für Archäologie und Geschichte Herrsching e.V.
Diessen am Ammersee, Obb.
(14.11.10)
Arbeitskreis der Heimatforscher des Ammerseegebietes e.V.
Hof, Ofr. (23.10.10). Nordoberfränkischer Verein für Natur-, Geschichts- und Landeskunde e.V.
Bamberg, Ofr. (30.10.10) Hr. O. Keil, Mitarbeiter der Fa. Bosch
Henfenfeld, Mfr. (21.11.10) Historische Gesellschaft Hammerbachtal
Pfofeld, Mfr. (26.02.11) Kulturverein Pfofeld
Vohenstrauß, Opf. (26.03.11) Heimatkundlicher Arbeitskreis Vohenstrauß e. V. und Landratsamt Neustadt a.d. Waldnab


Einführungen

Kleinbardorf, Ufr. (05.03.10) Archäologische Schnuppertour für Kinder und Jugendliche in Zusammenarbeit mit der Archäologischen Arbeitsgruppe Rhön-Grabfeld, dem Vorgeschichtsmuseum Bad Königshofen und der Stadt Bad Königshofen
Kleinlosnitz, Ofr. (10.04.10) Treffen der Heimatpfleger Lkr. Hof:
Vortrag: „Schulungen im Modellprojekt Archäologie und Ehrenamt“
Greußenheim, Ufr. (25.04.10) Archäologische Wanderung mit dem Arbeitskreis Kulturwanderweg Greußenheim
Geisenbrunn, Obb. (09.11.10) Gesellschaft für Archäologie und Ortsgeschichte Gilchings e.V.:
Vortrag: „Das Modellprojekt `Archäologie und Ehrenamt´“
Weiltingen, Mfr. (02.12.10) Vortrag: „Modellprojekt Archäologie und Ehrenamt – Möglichkeiten der Mitwirkung"
Coburg (VHS), Ofr. (16.03.11) Vortrag: „Modellprojekt Archäologie und Ehrenamt – Möglichkeiten der Mitwirkung"
Bad Staffelstein, Ofr. (25.03.11) Vortrag: Möglichkeiten der Mitwirkung für ehrenamtliche Mitarbeiter der Bodendenkmalpflege


Archäologie und Schule

Weilheim, Obb. (19.01.10) W-Seminar Archäologie am Gymnasium Weilheim;
Vortrag „Bodendenkmalpflege, Archäologie und Ehrenamt“
Weiltingen, Mfr. (26.04.10) P-Seminar Archäologie am Carolinum Ansbach im Römerpark Ruffenhofen / Museum Weiltingen:
Vortrag „Bodendenkmalpflege, Archäologie und Ehrenamt“
Veitshöchheim, Ufr. (06.05.10) P-Seminar Archäologie am Gymnasium Veitshöchheim:
Vortrag „Bodendenkmalpflege, Archäologie und Ehrenamt“
Zirndorf, Mfr. (23.06.10) Projektwoche Steinzeit in der Pestalozzi-Schule. Vortrag für Eltern und Lehrer: „Planmäßige Suche von Freilandfundplätzen der Altsteinzeit“
Memmelsdorf/Seehof (16.11.10) Weiterbildung der Kunstlehrer Oberfrankens: Schule und Denkmalpflege – Kurzvortrag: Möglichkeiten der ehrenamtlichen Mitarbeit von Schülern und Lehrern
Schnaittach, Mfr. (29.03.11) Archäologische Schnuppertour für Kinder der Hauptschule Schnaittach mit dem Museums- und Geschichtsverein Schnaittach e.V.