Auszeichnungen, Ehrungen

Denkmalschutzpreis "Silberne Halbkugel"
Denkmalschutzmededaille 2018


Gesellschaft für Archäologie erhält die “Silberne Halbkugel 2011” des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz

Silberne Halbkugel Die Silberne Halbkugel (Foto: RW)

Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz verlieh der Gesellschaft für Archäologie in Bayern e.V. am 14. November 2011 die "Silberne Halbkugel", die höchste deutsche Auszeichnung für Denkmalpflege.

".. für ihr 30-jähriges kritisches bürgerschaftliches Engagement in der Archäologie und Bodendenkmalpflege. Mit ihren vielfältigen fachlichen und politischen Leistungen ist die mittlerweile starke Bürgerbewegung eine unverzichtbare Unterstützung der staatlichen archäologischen Denkmalpflege in Deutschland."
(Auszug aus der Pressemeldung)

Hier finden Sie die vollständige Pressemeldung (pdf) und
einen Bericht über die Preisverleihung (pdf), die am 14. November 2011 in Cottbus stattfand.

Wissenwertes über den Deutschen Preis für Denkmalschutz und die Preisträger können Sie direkt auf den Seiten des Deutschen Nationalkomitees nachlesen.

Bericht zur Preisverleihung

Die Gesellschaft für Archäologie in Bayern e.V. wurde mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz für 30-jähriges kritisches bürgerschaftliches Engagement in der Archäologie und Bodendenkmalpflege ausgezeichnet. Anerkannt wurden ihre vielfältigen fachlichen und politischen Leistungen, mit denen die Gesellschaft für Archäologie zu einer unverzichtbaren Unterstützung der staatlichen archäologischen Denkmalpflege in Deutschland wurde.

Preisträger 2011 Bild vergrößern Die Preisträger 2011 (Foto: RW)

Der Deutsche Preis für Denkmalschutz ist die höchste Auszeichnung für Verdienste um die Erhaltung des baulichen und archäologischen Erbes in der Bundesrepublik Deutschland. Er wird seit 1977 an Persönlichkeiten und Personengruppen vergeben, die sich ehrenamtlich für den Schutz, die Pflege und die dauerhafte Erhaltung des baukulturellen und archäologischen Erbes einsetzen.

Der Preis wird in der Regel jährlich vergeben. Er besteht in der Vergabe des Karl-Friedrich-Schinkel-Ringes, der Silbernen Halbkugel und des Journalistenpreises. Im Jahr 2011 verlieh das Präsidium des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz an 10 Persönlichkeiten die Silberne Halbkugel bzw. den Journalistenpreis.

Im Staatstheater Cottbus wurden die Preise am 14. November 2011 von der Vizepräsidentin des Komitees, Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg, übergeben.

Die Laudatio übernahm die Vorsitzende der Preisjury Dagmar Reim, Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb).Stellvertretend für die Gesellschaft für Archäologie durften die 2. Vorsitzende Gisela Mahnkopf und Schatzmeister Rupert Wimmer die Silberne Halbkugel und eine Urkunde entgegen nehmen.

Staatstheater Cottbus Bild vergrößern Das Staatstheater Cottbus (Foto: GM)

Der in reinstem Jugendstil erbaute und erhaltene Theaterbau bildete einen wunderbaren Rahmen für die feierliche Preisverleihung und den anschließenden Empfang.

Die massive Silberne Halbkugel ist ein Entwurf von Prof. Fritz Koenig, Landshut, und zeigt auf der Schnittfläche die abstrahierten Silhouetten von profanen und sakralen Baukörpern.

Der geschlossene Ring versinnbildlicht das umfassende Aufgabengebiet des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege. Die äußere Oberfläche der Halbkugel trägt die Aufschrift „Deutscher Preis für Denkmalschutz“, ergänzt durch die Jahreszahl 2011

Alle Preisträger waren außerdem zur Teilnahme an einem Rahmenprogramm eingeladen, das schon am Vorabend mit einem herzlichen Empfang der Stadt Cottbus im Dieselkraftwerk am Amtsteich eröffnet wurde. In dem vom Architekten Werner Issel in den Jahren 1926 -28 errichteten und 2008 zum Kunstmuseum umgebauten Kraftwerk wurden die Gäste einem alten Brauch zufolge von jungen Mädchen in Lausitzer Tracht mit Salz und Brot empfangen.

Am Tag der Preisverleihung selbst bestand die Möglichkeit zur Teilnahme an themenorientierten Stadtrundgängen und Führungen:

“Schloss und Stadt Branitz“. Branitz gilt als das Alterswerk des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau, das er selbst als sein Meisterwerk bezeichnete und dessen Park als letzter großer Landschaftspark des 19. Jahrhunderts gewürdigt wird.

Elektrizitätswerk Bild vergrößern Das Elektrizitätswerk (Foto: GM)

„Die historische Altstadt Cottbus“. Der Stadtrundgang, der am Schlossberg, dem Siedlungsursprung der Stadt im 11./12. Jahrhundert auf slawischem Gebiet beginnt und mit einem Rundblick auf die Altstadt vom Turm der Oberkirche abschließt.

Die „Route Industriekultur“, auf der der Frage nachgegangen wird, wie produktionsorientierte Bauten das Bild dieser Stadt geprägt haben und wie heute mit den baulichen Zeugen umgegangen werden kann, wenn deren ursprüngliche Funktion längst verlorengegangen ist.

Am Tag der Abreise führte eine Exkursion mit dem Bus in das Umland von Cottbus, nach Peitz, Dissen und Briesen im Landkreis Spree – Neiße.

Das ehemalige Eisenhütten- und Hammerwerk in Peitz wurde Mitte des 16. Jahrhunderts als kurfürstliches Hüttenwerk zur Verhüttung von Raseneisenstein errichtet Das heutige Erscheinungsbild ist durch die Ausbauphase 1804-39 geprägt. Besonders beeindruckend ist das in klassizistischem Stil errichtete Hochofengebäude mit dem historischen Holzkohlehochofen. Im Gebäude befindet sich neben dem Hüttenmuseum auch ein Fischereimuseum.

Hüttenmuseum Bild vergrößern Im Hüttenmuseum (Foto: GM)

Nach der Einstellung des Hüttenbetriebes entstand auf dem Werksgelände im 20. Jahrhundert ein florierender Binnenfischereibetrieb. Der „Peitzer Karpfen“ entwickelte sich zum neuen Produktionszweig.

Unbedingt sehenswert ist aber auch der Turm der Festung Peitz aus dem 13. / 16. Jahrhundert, noch erhaltener Zeuge einer ursprünglich riesigen Festungsanlage des 16. und 17. Jahrhunderts, Zuflucht für zahlreiche brandenburgische adlige und kirchliche Würdenträger.

Der kleine Ort Dissen war die zweite Station. In der evangelischen Kirche aus dem Jahre 1778 befindet sich ein außergewöhnlicher Kanzelaltar aus der Erbauungszeit. An den Emporen sind Spruchtafeln in deutscher und sorbischer Sprache angebracht: Noch 1995 hatte ein Drittel der Einwohner sorbische Sprachkenntnisse! Das Mittagessen mit regionalen Spezialitäten gab es im „Wendischen Hof“.

Fresken Bild vergrößern Ausschnitt vom Freskenzyklus im Inneren der Kirche (Foto: GM)

Höhepunkt und Abschluss der Exkursion anlässlich der 43. Jahrestagung des Deutschen Nationalkomitees und der Preisverleihung 2011 bildete die Besichtigung der Dorfkirche in Briesen. Auch diese Gemeinde liegt im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden. Der Ortsname ist slawisch und bedeutet so viel wie „Birkenort“. Die Siedlung der Wenden ist aber schon einige Jahrhunderte älter. Viele Straßen, Wege, und Plätze werden auch hier wieder zweisprachig beschriftet.

Briesen wurde 1346 als Breßzine erstmals urkundlich erwähnt. Die Kirche wurde um 1470 errichtet und bereits kurz nach 1486 vollständig mit Fresken ausgemalt. Sie wurden erst 1954-56 wieder freigelegt und sind bemerkenswert gut erhalten. Das Bildprogramm beinhaltet die Heilsgeschichte Christi von der Menschwerdung bis zum jüngsten Gericht.

Gisela Mahnkopf / Rupert Wimmer, 12. Januar.2012

Bildautoren:

GM Gisela Mahnkopf
WM Wolfgang Mahnkopf
RW Rupert Wimmer


Denkmalschutzmedaille 2018

Die Denkmalschutzmedaille wird seit 1978 durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege vergeben. So werden diejenigen geehrt, die sich in besonderer Weise um Denkmalschutz und Denkmalpflege verdient gemacht haben.

Die Denkmalschutzmedaille 2018 wurde durch die neue Staatsministerin Prof. Dr. Marion Kiechle in einem Festakt in der Säulenhalle der Alten Münze überreicht.

Unter den Preisträgern ist unser Vorstandsmitglied Willi Wagner aus Erding, der dort als Stadtheimatpfleger für die Archäologie viel bewegt hat.

Für seine ehrenamtlichen Verdienste wurde Kreisheimatpfleger Dr. Bernd Mühldorfer, unser Regionalbeauftragter für Mittelfranken ausgezeichnet.

Wir gratulieren herzlich!