Unsere Preisträger

Schüler erforschen die Jungsteinzeit - Der Archäologiepreis Schule 2017 geht nach Burgweinting

Schon seit 2010 wird von der Gesellschaft für Archäologie in Bayern e.V. der Preis »Archäologie und Schule« vergeben, um den sich inzwischen eine erfreulich große Zahl von bayerischen Schulen beworben hat. Dabei wurden unterschiedlichste Projekte sowohl von Gymnasien, Real- und Mittelschulen als auch von Grundschulen eingereicht und mit Anerkennungen oder Auszeichnungen bewertet.

Preisverleihung in der Otto-Schwert-Mittelschule aus Burgweinting Die beiden Klassensprecher der Klasse 8a der Otto-Schwert-Mittelschule aus Burgweinting nehmen mit der Rektorin Birgit Sandmann das "Archäologische Jahr" in Empfang

Neben den bereits im Frühjahr 2017 prämierten Projekten des Musikgymnasiums der Regensburger Domspatzen und des Erdinger Anne-Frank Gymnasiums konnte der Vorstand unserer Gesellschaft ein weiteres "Archäologie-Schule-Projekt" prämieren.

Mitte des Jahres wurde von Dr. Christoph Neudert von der Otto-Schwert-Mittelschule aus Burgweinting das Projekt der Klasse M8 "Schüler erforschen die Jungsteinzeit" eingereicht. Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft "Archäologie und Geschichte" besuchte die damalige M7 die Außenstelle des Landesamts für Denkmalpflege in Regensburg, wurde dort mit den Belangen der praktischen Denkmalpflege konfrontiert und kam mit verschiedenen Techniken der Experimentellen Archäologie in Berührung.

Grundsätzliche Fragen zur Archäologie sowie ein Survey auf einer bekannten Fundstelle schlossen sich im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft an. Ziel war es, einerseits die Funde dieses sowie eines vorhergehenden Surveys einer früheren M-Klasse zu ordnen bzw. unter verschiedenen Gesichtspunkten zu systematisieren, dann eine kleine Ausstellung in der Aula zu planen und durchzuführen sowie im Rahmen von Tutorien dies auch Schülern jüngerer Schulstufen näher zu bringen.

Da die gesteckten Ziele erreicht wurden, würdigte der Vorstand unserer Gesellschaft die Leistung der Schüler mit einer Anerkennung und einem aktuellen Band unseres "Archäologischen Jahres in Bayern" für die Schulbibliothek.

DigiKelt und Römer-Rad-Weg - Der Archäologiepreis Schule 2016 geht auch nach Regensburg und Erding

Um den seit 2010 von der Gesellschaft für Archäologie in Bayern e.V. vergebenen Preis "Archäologie und Schule" haben sich 2016 erfreulicherweise sieben Schulen aus ganz Bayern beworben. Unter den eingereichten Bewerbungen konnten vier Schulen mit dem Archäologiepreis Schule ausgezeichnet werden, weiteren drei Schulen wurden für ihre eingereichten Projekte Anerkennungen ausgesprochen. Wurden 2016 die Teilnehmer des P-Seminars "Archäologie im Nahraum" des Friedrich-List-Gymnasiums in Gemünden und die Grund- und Mittelschule Burgbernheim mit dem Projekt "Archäologische Funde im Bereich der Hagenmühle bei Burgbernheim" ausgezeichnet, konnte Anfang 2017 unser Vorstandsmitglied Dr. Ludwig Husty an zwei weitere Schulen den Archäologiepreis Schule vergeben.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde im Beisein des Rektors des Musikgymnasiums der Regensburger Domspatzen, Oberstudiendirektor i. K. Berthold Wahl und des betreuenden Lehrers, Oberstudienrat i. K. Christian Gröninger den Schülern Janik und Noah Atzenberger die Urkunde und der Geldpreis für ihr Projekt "DigiKelt – Digitale Welt der Kelten" überreicht.

Preisverleihung im Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen Preisverleihung im Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen. Oberstudienrat K. Christian Gröninger, stellvertr. Vorsitzender Dr. Ludwig Husty, Janik und Noah Atzenberger und Oberstudiendirektor i. K. Berthold Wahl

Dabei würdigte der stellvertretende Vorsitzende Dr. Ludwig Husty das große Engagement und auch das erstaunliche Wissen der beiden noch recht jungen Schüler über die keltische Welt im Allgemeinen und ihr spezielles Wissen um die keltische Archäologie ihres Heimatraums südlich von Abensberg.

So versuchten die beiden Brüder, mit Hilfe einer von ihnen kreierten fiktiven Figur "Kelti" gut aufbereitet und leicht verständlich zahlreiche grundsätzliche Informationen zu den Kelten mit lokalen Bezügen an das Zielpublikum – vor allem Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren – zu vermitteln. Abwechslungsreich und spannend wurde das Projekt in eine geführte Radtour von etwa 12 km Länge eingebunden, wo über Geocaches weitere Informationen über QR-Codes in Textform abrufbar sind. Zusätzlich soll der Anreiz, sich weiteres Wissen anzueignen, mit einer Schnitzeljagd verstärkt werden, um damit auch das erlernte Wissen vertiefen zu können. Ein umfassendes Archäologieprojekt, erstellt von jungen archäologiebegeisterten Schülern, das die Vorstandsmitglieder beeindruckt hat.

Einen weiteren Preis Archäologie Schule konnte unser stellvertretender Vorsitzender Dr. Ludwig Husty im Beisein der Rektorin des Anne-Frank Gymnasiums in Erding, Frau Oberstudiendirektorin Helma Wenzl, des betreuenden Lehrers, Herrn Oberstudienrat Klaus-Peter Gwuzdz, des Oberbürgermeisters der Stadt Erding, Herrn Max Gotz, unseres Schatzmeisters Willi Wagner sowie einiger anwesenden Schülern und Schülerinnen des ehemaligen P-Seminars Latein in Erding vergeben.

Im Rahmen eines kleinen musikalisch umrahmten Festaktes in der Aula des Anne Frank Gymnasiums würdigte unser stellvertretender Vorsitzender die Leistung der Schülerinnen und Schüler des P-Seminars Latein, die einen Römer-Rad-Weg mit Verknüpfung antiker Fundorte im Stadtgebiet Erdig erarbeitet haben. Ziel dieses Projektes war die Planung und Festlegung einer Radtour durch das "römische Erding". Um das Interesse speziell für Kinder und Jugendliche zu wecken, wurde die Idee entwickelt, die Radtour mit einer App zu verknüpfen, in die die erarbeiteten Informationen zum römischen Erding eingebunden wurden. Ein geschickter und ansprechender Glücksgriff in der Konzeption war dabei, auch hier die Informationen über zwei Identifikationsfiguren – Flavia und Quintus – an die Radtournutzer, darunter hoffentlich viele Kinder und Jugendliche, zu vermitteln.

Der Ansatz war, auf moderne und kurzweilige Art und Weise Interesse und Freude an der Beschäftigung mit archäologischen und historischen Themen, speziell zum römischen Erding, zu vermitteln. Da die Tour am Museum Erding endet, dessen Leiter Harald Krause wieder mit kompetenter fachlicher Hilfe das Projekt begleitete, kann bei Bedarf und weiterem Interesse das, was man auf der Radtour erfahren hat, im Museum nachbereitet werden.

Der Vorstand unserer Gesellschaft war von der Professionalität, der Durchführung und Aufbereitung des Projektes sowie der Nachhaltigkeit in Form eines Flyers beeindruckt. Wie bei der ersten Preisverleihung in Erding sollte ein großer Teil des Preisgeldes für ein Nachfolgeprojekt zur Verfügung gestellt werden.

Ludwig Husty

Preise 2016 für das Friedrich-List-Gymnasiums, Gemünden und die Grund- und Mittelschule, Burgbernheim

Erfreulicherweise konnte heuer bereits zwei Mal der von unserer Gesellschaft ausgelobte Archäologiepreis Schule für herausragende schulische Archäologieprojekte verliehen werden, der neben einem aktuellen Band unseres Archäologischen Jahres jeweils mit 500 Euro dotiert ist.

Preisverleihung Gemünden 2016

So erhielten die Teilnehmer des Pseminars „Archäologie im Nahraum“ des Friedrich-List-Gymnasiums in Gemünden aus den Händen unseres Vorstandsmitglieds Dr. Andras Büttner die Urkunde sowie das Preisgeld im Rahmen einer kleinen Feierstunde überreicht. Der Vorstand unserer Gesellschaft würdigte dabei das außergewöhnliche Engagement und die herausragende Leistungen für die bayerische Archäologie und Denkmalplege, die die Teilnehmer des von StR Andreas Raps geleiteten P-Seminars an den Tag gelegt hatten. In Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Spessartprojekt nahmen die Schüler an der Grabung am ehemaligen Kloster Elisabethenzell teil und konnten so das gesamte Arbeitsfeld der Archäologie von der Ausgrabung bis zur Präsentation der Ergebnisse hautnah miterleben und selbst aktiv gestalten.

Hervorzuheben ist, dass die Preisträger einen Teil des Preisgeldes wieder dem Archäologischen Spessartprojekt zukommen lassen wollen.

Der zweite Archäologiepreis Schule ging an die Grund- und Mittelschule Burgbernheim, an der sich der Lehrer Gerhard Bund seit nahezu zwei Jahrzehnten intensiv mit der regionalen Archäologie auseinandersetzt und über diesen langen Zeitraum immer wieder Schüler und Schülerinnen begeistern kann, sich mit der Vorgeschichte ihrer Heimat zu beschäftigen. Dieses langjährige Engagement der Grund- und Mittelschule Burgbernheim hat den Vorstand unserer Gesellschaft veranlasst, auch hier den Archäologiepreis Schule zu verleihen. Im Besonderen wurde dabei das Projekt „Archäologische Funde im Bereich der Hagenmühle bei Burgbernheim“ ausgezeichnet, in dem durch langjährige Begehungen aufgesammelten Kleinfunden vor allem aus der Jungsteinzeit dokumentiert und in einer Broschüre zusammengefasst wurden.

Bei der Preisverleihung in Anwesenheit der Schulleiterin Jutta Kurzidem und des Lehrers Gerhard Bund würdigte unser Vorstandsmitglied Dr. Andreas Büttner das Engagement und die geleistete Arbeit für die Archäologie Bayerns und hob gleichzeitig die Bedeutung der Schulen für den Erhalt und die Bewusstseinsbildung unseres kulturellen Erbes besonders hervor. Sichtlich stolz für die Würdigung durch die Gesellschaft für Archäologie nahmen die Schülerinnen und Schüler die Urkunde und auch das Preisgeld in Empfang.

Verleihung des Bayerischen Archäologiepreises Schule an das Franz-Ludwig-Gymnasium, Bamberg, 2014

In Rahmen eines kleinen Festakts wurde der mit 300 Euro dotierte Preis am 15. Oktober 2014 dem Schülerprojekt des Franz-Ludwig-Gymnasium in Bamberg überreicht. Zunächst begrüßte der Schulleiter, Oberstudiendirektor Rohde, in der Aula des Bamberger Gymnasiums die anwesenden Gäste, darunter auch einige ehemalige Schüler des P-Seminars, die extra für die Preisverleihung an ihre alte Schule zurückgekehrt waren.

FLG Bamberg

Die Schüler hatten in einem zweijährigen Projektseminar »Mittelalterarchäologie«, das von Studiendirektor Peter Müller zusammen mit dem Bamberger Stadtarchäologen Stefan Pfaffenberger im Rahmen des Seminars konzipiert und durchgeführt wurde, teilgenommen. Die Jury der Gesellschaft überzeugten dabei besonders die große Einsatzbereitschaft der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sowie der thematische Aufbau des Seminars. So wurden in einem einführenden Theorieblock die grundlegenden Methoden, Arbeitsweisen und Fragestellungen der Archäologie und Bodendenkmalpflege erarbeitet, ehe die Seminarteilnehmer ihr bis dato erworbenes Wissen dann auch in der Praxis anwenden und unter fachlicher Betreuung des Stadtarchäologen selbst zum Spaten greifen konnten.

Anhand einer kleinen Ausgrabungsfläche an der ehemaligen Klosterkirche St. Michael konnten, wie Betreuungslehrer Peter Müller in seinem bebilderten Vortrag aufzeigte, die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten sämtliche Arbeitsschritte einer archäologischen Ausgrabung durchführen. Dieses Projekt bot sich an, da hier sowieso kleinere Sondagegrabungen im Zusammenhang mit der anstehenden Sanierung der Klosterkirche anstanden. Nach Abschluss der Feldarbeiten erfolgte schließlich noch die Auswertung der Grabungsergebnisse, die in einer öffentlichen Präsentation durch die Projektteilnehmer mittels gelungener Kurzvorträge, informativ gestalteter Schautafeln und der Vorstellung ausgewählter Funde mündete.

Nicht nur für das Franz-Ludwig-Gymnasium stellt die Auszeichnung einen besonderen Erfolg dar. Auch für die Stadtarchäologie bedeutet der Preis eine Anerkennung der stetigen Bemühungen, Bodendenkmalpflege und Archäologie insbesondere auch an Schulen zu vermitteln und zu einem Teil des Geschichtsunterrichts zu machen. Auf diese fruchtbare Zusammenarbeit von Stadtarchäologie und Schulen in Bamberg ging unser Vorstandsmitglied Dr. Andreas Büttner auch in besonderer Weise in seiner Ansprache ein. Damit ist nach 2011 erneut ein gemeinsames Archäologieprojekt zwischen der Stadtarchäologie und einem örtlichen Gymnasium mit dem Archäologiepreis Schule ausgezeichnet worden.

Nach dem Dank des Stadtarchäologen Stefan Paffenberger kamen auch noch die zwei Schülervertreter Leo Blumenschein und Moritz Fabian des prämierten Projekts zu Wort. Wie bereits im Vorjahr haben sich die Preisträger auch in diesem Jahr dazu entschlossen, den Sachpreis in Höhe von 300 Euro dem nächsten Pseminar am FLG zukommen zu lassen.

Verleihung des Bayerischen Archäologiepreises Schule an das Anne-Frank-Gymnasiums (AFG), Erding, 2013

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde am 24. April 2013 der jährlich zu vergebende "Bayerische Archäologiepreis Schule" an Schüler des P-Seminars Latein des Erdinger Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) überreicht.

Bei wunderschönem Wetter begrüßte die Oberstudiendirektorin Helma Wenzl im Chagall-Hof des Erdinger Gymnasiums die zahlreich anwesenden Gäste, darunter auch einige ehemalige Schüler des P-Seminars Latein. Diese hatten in dem zweijährigen Seminar einen Führer durch das antike Erding erarbeitet.

Gemeinsam mit ihrem Betreuungslehrer, Herrn Oberstudienrat Klaus-Peter Gwuzdz, und mit Hilfe des in Erding tätigen Archäologen Harald Krause M.A., übrigens auch ein ehemaliger Schüler des AFG, hatten sie ein kleines, aber feines Büchlein erarbeitet, welches die wichtigsten archäologischen Punkte der Stadt Erding erfasst und anschaulich darbietet. Dieser "Antike Stadtführer", der alles andere als antik anmutet, sondern mit ansprechender Graphik, gutem Layout und kurzen, prägnanten Texten sowohl zum Lesen, als auch zum Aufspüren der antiken Punkte in Erding animiert, soll nicht nur Einheimischen, sondern auch Touristen die weit zurückreichende Geschichte Erdings schmackhaft machen. Und wie die Verkaufszahlen zeigen, wird davon auch reger Gebrauch gemacht.

Anne-Frank-Gymnasium 2013 Erdinger Anzeiger 2013 Bild vergrößern

Dieses nachhaltige und fundiert erarbeitete erarbeitete Werk war für die Gesellschaft für Archäologie in Bayern Grund genug, diese Leistung der Schüler des P-Seminars Latein mit dem "Bayerischen Archäologiepreis Schule" zu prämieren. Neben der Ehrenurkunde erging auch die Einladung an die Schüler, ihr prämiertes Projekt im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Archäologie in Bayern, die vom 25.-27. Oktober in Erding stattfindet, vorzustellen.

Äußerst bemerkenswert war die Tatsache, dass der mit der Ehrung verbundene Sachpreis von 300 EUR dem nächsten P-Seminar am AFG zur Verfügung gestellt wurde, welches die Erarbeitung eines Führers durch die neue archäologische Dauerausstellung des Museums Erding plant.

Verleihung des Bayerischen Archäologiepreises Schule an das Clavius-Gymnasium, Bamberg

Am 03. Juni 2011 überreichte Jürgen Fleckenstein als stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft für Archäologie den Bayerischen Archäologiepreis Schule am Clavius-Gymnasium in Bamberg. Nach der freundlichen Begrüßung durch den Schulleiter OStD Funk würdigte Jürgen Fleckenstein die Leistungen und das herausragende Engagement von 21 Schülerinnen und Schüler sowie der Projektleiterin, StRin Dr. Stefanie Mauder.

Das ausgezeichnete Projekt "Mittelalterarchäologie" bestand aus zwei Teilen:

An der Lehrgrabung im Juli 2010 unter der Leitung des Bamberger Stadtarchäologen Stefan Pfaffenberger M. A. nahmen 14 Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Jahrgangsstufe teil. Durch die Grabung wurde die genaue Lage des abgegangenen Kapuzinerklosters ermittelt, an dessen Stelle heute das Clavius-Gymnasium steht. Darüber hinaus gewannen die hoch motivierten Schülerinnen und Schüler unter fachkundiger Leitung einen Einblick in archäologische Arbeitstechniken vom Abtiefen eines Schnittes mit Pickel und Schaufel über das Putzen der Profile und Plana, das Einmessen von Höhenpunkten und das Messen und Zeichnen der Profile bis zur Auswertung der vielfältigen Funde aus dem 12. bis 20. Jahrhundert.

Den zweiten Teil des Projektes "Mittelalterarchäologie" bildete das Wahlfach Mittelalterarchäologie unter der Leitung von StRin Dr. Stefanie Mauder M.A. Zwölf Schüler der 7. und 8. Jahrgangsstufe, z. T. schon mit Erfahrung aus der Lehrgrabung, setzten sich im Archäologie-Unterricht mit den methodischen Grundlagen des Faches, vielfältigen Aspekten mittelalterlicher Alltagskultur und ausgewählten Fundorten auseinander. Dabei standen neben der Auswertung von Texten, Internet- und Bildquellen auch praktische Arbeiten wie das Zeichnen von Funden, der Bau von Modellen, die Präsentation einzelner Funde aus der vorangegangenen Grabung und Besichtigungen und Führungen vor Ort auf dem Programm.

Das Preisgeld wird zur Finanzierung des Projekts verwendet - und ein Eis für die eifrigen Nachwuchs-Archäologen gibt es auch noch.

Dr. Mauder

Bamberg StRin Dr. Mauder, OStD Funk und StD Jürgen Fleckenstein (GfA)

Bamberg Schüler mit v. l. n. r. Stefan Pfaffenberger M. A., OStD Funk, StRin Dr. Mauder, StD Jürgen Fleckenstein (GfA)

Verleihung des Bayerischen Archäologiepreises Schule an das St. Marien-Gymnasiums der Schulstiftung der Diözese Regensburg

Am 12. Mai 2011 erhielten die Schülerinnen des St. Marien-Gymnasiums der Schulstiftung der Diözese Regensburg von der Gesellschaft für Archäologie in Bayern den Bayerischen Archäologiepreis Schule. Jürgen Fleckenstein, reiste extra an, um den Preis zu überreichen. Neben den 25 Schülerinnen, die in unterschiedlichen Kursen an diesem besonderen Archäologie-Kooperationsprojekt mitgearbeitet hatten, nahmen die beteiligten Lehrkräfte, StRin Katrin Kunert (Archäologiekurs), StRin Heidrun Lanzendörfer und OStRin Beate Mathe (P-Seminar "Römer in Regensburg") sowie die Schulleitung teil. Als Gast begrüßten wir Frau Dr. Codreanu-Windauer vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Jürgen Fleckenstein dankte den Schülerinnen für ihre hervorragende Arbeit. Die Teilnehmerinnen des Archäologiekurses hatten zu den Funden, die beim Schulneubau archäologisch ausgegraben worden waren, eine sehenswerte Ausstellung konzipiert und einen wissenschaftlichen Katalog verfasst. Sie haben die einmalige Chance genutzt, Kleinfunde aus einer römischen Villa aus dem 2./3. Jh., die sich in der Baugrube des neuen Gebäudes zeigten, zu untersuchen und in einer Dauerausstellung zu präsentieren.

Die Schülerinnen des P-Seminars "Römer in Regensburg" gestalteten Informationstafeln, die zu den einzelnen Funden zahlreiche Hintergrundinformationen geben. Sie werden vor allem im Anfangsunterricht Latein sowie Geschichte genutzt. In diesem Rahmen kommen auch die selbst verfassten fiktiven Briefe eines römischen Legionärs zum Einsatz.

In seiner Laudatio hob Jürgen Fleckenstein hervor:

preis regensburg1
"Die Gesellschaft für Archäologie in Bayern hat sich auch der Aufgabe verschrieben, die Anliegen und Ziele von Archäologie und Denkmalpflege in die nächsten Generationen zu tragen. Ein Programm dafür haben wir mit vielen Experten entwickelt und im "Weißenburger Memorandum" festgeschrieben. Wir wollen Archäologie und Denkmalpflege in den Schulen stärken. Ein Schritt auf diesem Weg ist unser Bayerischer Archäologiepreis Schule, dotiert mit 300,- Euro. Ich freue mich, hier und heute diesen Preis im Namen der Gesellschaft für Archäologie und ihrer immerhin fast 3.000 Mitglieder vergeben zu können. Damit zeichne ich das besonders vorbildliche Archäologie-Projekt am St.-Marien-Gymnasium der Schulstiftung der Diözese Regensburg aus. Viele Schülerinnen des P-Seminars und des Profilfaches Archäologie haben über ein ganzes Jahr vor Ort archäologisch gearbeitet. Gemäß dem Motto unseres Archäologiepreises "Schüler gehen in die Archäologie - die Archäologie kommt in die Schule" haben die Schülerinnen mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege / Frau Dr. Codreanu-Windauer und mit dem Historischen Museum Regensburg / Herrn Dr. Boos zusammengearbeitet. Das Ergebnis ist beeindruckend: eine Dauerausstellung der Funde im Schulhaus, sehr schön gestaltete Informationstafeln und ein attraktiver Katalog - ein Info-Ensemble, das mit Gewinn auch für den Unterricht genutzt wird."

Zum Schluss dankte Jürgen Fleckenstein dem Schulleiter, Herrn Linder, der das Projekt ermöglicht und gefördert hat.

Das Preisgeld wird weiterhin für Archäologie-Projekte an der Schule verwendet: Die Ausstellung wird für viele Schülerinnengenerationen lehrreich zur Verfügung stehen. Zwar verabschieden wir die meisten Teilnehmerinnen nach den Abiturprüfungen, aber die Nutzung der Dauerausstellung beginnt erst. Zur Zeit erarbeitet der neue Archäologiekurs 2010/11 mehrere Lern-Boxen für den Anfangsunterricht Geschichte in der 6. Klasse. Gleiches ist für die Oberstufe zum Thema: römische Antike geplant. Ziel dieses neuen Projektes ist die effektive Nutzung der - in dieser Form - einmaligen Ausstellung im Unterricht, ohne trockene Lehrbuchtexte.

Auf der Jahrestagung in Parsberg werden Vertreterinnen des Kurses das gesamte Projekt und auch die neuen Ergebnisse vorstellen.

Katrin Kunert

Über die Preisverleihung berichtet auch die "Mittelbayerische Zeitung" am 20. Mai 2011
in einem umfangreichen Artikel (pdf)