Unsere Preisträger

Preise 2016 für das Friedrich-List-Gymnasiums, Gemünden und die Grund- und Mittelschule, Burgbernheim

Erfreulicherweise konnte heuer bereits zwei Mal der von unserer Gesellschaft ausgelobte Archäologiepreis Schule für herausragende schulische Archäologieprojekte verliehen werden, der neben einem aktuellen Band unseres Archäologischen Jahres jeweils mit 500 Euro dotiert ist.

Preisverleihung Gemünden 2016

So erhielten die Teilnehmer des Pseminars „Archäologie im Nahraum“ des Friedrich-List-Gymnasiums in Gemünden aus den Händen unseres Vorstandsmitglieds Dr. Andras Büttner die Urkunde sowie das Preisgeld im Rahmen einer kleinen Feierstunde überreicht. Der Vorstand unserer Gesellschaft würdigte dabei das außergewöhnliche Engagement und die herausragende Leistungen für die bayerische Archäologie und Denkmalplege, die die Teilnehmer des von StR Andreas Raps geleiteten P-Seminars an den Tag gelegt hatten. In Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Spessartprojekt nahmen die Schüler an der Grabung am ehemaligen Kloster Elisabethenzell teil und konnten so das gesamte Arbeitsfeld der Archäologie von der Ausgrabung bis zur Präsentation der Ergebnisse hautnah miterleben und selbst aktiv gestalten.

Hervorzuheben ist, dass die Preisträger einen Teil des Preisgeldes wieder dem Archäologischen Spessartprojekt zukommen lassen wollen.

Der zweite Archäologiepreis Schule ging an die Grund- und Mittelschule Burgbernheim, an der sich der Lehrer Gerhard Bund seit nahezu zwei Jahrzehnten intensiv mit der regionalen Archäologie auseinandersetzt und über diesen langen Zeitraum immer wieder Schüler und Schülerinnen begeistern kann, sich mit der Vorgeschichte ihrer Heimat zu beschäftigen. Dieses langjährige Engagement der Grund- und Mittelschule Burgbernheim hat den Vorstand unserer Gesellschaft veranlasst, auch hier den Archäologiepreis Schule zu verleihen. Im Besonderen wurde dabei das Projekt „Archäologische Funde im Bereich der Hagenmühle bei Burgbernheim“ ausgezeichnet, in dem durch langjährige Begehungen aufgesammelten Kleinfunden vor allem aus der Jungsteinzeit dokumentiert und in einer Broschüre zusammengefasst wurden.

Bei der Preisverleihung in Anwesenheit der Schulleiterin Jutta Kurzidem und des Lehrers Gerhard Bund würdigte unser Vorstandsmitglied Dr. Andreas Büttner das Engagement und die geleistete Arbeit für die Archäologie Bayerns und hob gleichzeitig die Bedeutung der Schulen für den Erhalt und die Bewusstseinsbildung unseres kulturellen Erbes besonders hervor. Sichtlich stolz für die Würdigung durch die Gesellschaft für Archäologie nahmen die Schülerinnen und Schüler die Urkunde und auch das Preisgeld in Empfang.

Verleihung des Bayerischen Archäologiepreises Schule an das Franz-Ludwig-Gymnasium, Bamberg

In Rahmen eines kleinen Festakts wurde der mit 300 Euro dotierte Preis am 15. Oktober 2014 dem Schülerprojekt des Franz-Ludwig-Gymnasium in Bamberg überreicht. Zunächst begrüßte der Schulleiter, Oberstudiendirektor Rohde, in der Aula des Bamberger Gymnasiums die anwesenden Gäste, darunter auch einige ehemalige Schüler des P-Seminars, die extra für die Preisverleihung an ihre alte Schule zurückgekehrt waren.

FLG Bamberg

Die Schüler hatten in einem zweijährigen Projektseminar »Mittelalterarchäologie«, das von Studiendirektor Peter Müller zusammen mit dem Bamberger Stadtarchäologen Stefan Pfaffenberger im Rahmen des Seminars konzipiert und durchgeführt wurde, teilgenommen. Die Jury der Gesellschaft überzeugten dabei besonders die große Einsatzbereitschaft der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sowie der thematische Aufbau des Seminars. So wurden in einem einführenden Theorieblock die grundlegenden Methoden, Arbeitsweisen und Fragestellungen der Archäologie und Bodendenkmalpflege erarbeitet, ehe die Seminarteilnehmer ihr bis dato erworbenes Wissen dann auch in der Praxis anwenden und unter fachlicher Betreuung des Stadtarchäologen selbst zum Spaten greifen konnten.

Anhand einer kleinen Ausgrabungsfläche an der ehemaligen Klosterkirche St. Michael konnten, wie Betreuungslehrer Peter Müller in seinem bebilderten Vortrag aufzeigte, die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten sämtliche Arbeitsschritte einer archäologischen Ausgrabung durchführen. Dieses Projekt bot sich an, da hier sowieso kleinere Sondagegrabungen im Zusammenhang mit der anstehenden Sanierung der Klosterkirche anstanden. Nach Abschluss der Feldarbeiten erfolgte schließlich noch die Auswertung der Grabungsergebnisse, die in einer öffentlichen Präsentation durch die Projektteilnehmer mittels gelungener Kurzvorträge, informativ gestalteter Schautafeln und der Vorstellung ausgewählter Funde mündete.

Nicht nur für das Franz-Ludwig-Gymnasium stellt die Auszeichnung einen besonderen Erfolg dar. Auch für die Stadtarchäologie bedeutet der Preis eine Anerkennung der stetigen Bemühungen, Bodendenkmalpflege und Archäologie insbesondere auch an Schulen zu vermitteln und zu einem Teil des Geschichtsunterrichts zu machen. Auf diese fruchtbare Zusammenarbeit von Stadtarchäologie und Schulen in Bamberg ging unser Vorstandsmitglied Dr. Andreas Büttner auch in besonderer Weise in seiner Ansprache ein. Damit ist nach 2011 erneut ein gemeinsames Archäologieprojekt zwischen der Stadtarchäologie und einem örtlichen Gymnasium mit dem Archäologiepreis Schule ausgezeichnet worden.

Nach dem Dank des Stadtarchäologen Stefan Paffenberger kamen auch noch die zwei Schülervertreter Leo Blumenschein und Moritz Fabian des prämierten Projekts zu Wort. Wie bereits im Vorjahr haben sich die Preisträger auch in diesem Jahr dazu entschlossen, den Sachpreis in Höhe von 300 Euro dem nächsten Pseminar am FLG zukommen zu lassen.

Verleihung des Bayerischen Archäologiepreises Schule an das Anne-Frank-Gymnasiums (AFG), Erding

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde am 24. April 2013 der jährlich zu vergebende "Bayerische Archäologiepreis Schule" an Schüler des P-Seminars Latein des Erdinger Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) überreicht.

Bei wunderschönem Wetter begrüßte die Oberstudiendirektorin Helma Wenzl im Chagall-Hof des Erdinger Gymnasiums die zahlreich anwesenden Gäste, darunter auch einige ehemalige Schüler des P-Seminars Latein. Diese hatten in dem zweijährigen Seminar einen Führer durch das antike Erding erarbeitet.

Gemeinsam mit ihrem Betreuungslehrer, Herrn Oberstudienrat Klaus-Peter Gwuzdz, und mit Hilfe des in Erding tätigen Archäologen Harald Krause M.A., übrigens auch ein ehemaliger Schüler des AFG, hatten sie ein kleines, aber feines Büchlein erarbeitet, welches die wichtigsten archäologischen Punkte der Stadt Erding erfasst und anschaulich darbietet. Dieser "antike Stadtführer", der alles andere als antik anmutet, sondern mit ansprechender Graphik, gutem Layout und kurzen, prägnanten Texten sowohl zum Lesen, als auch zum Aufspüren der antiken Punkte in Erding animiert, soll nicht nur Einheimischen, sondern auch Touristen die weit zurückreichende Geschichte Erdings schmackhaft machen. Und wie die Verkaufszahlen zeigen, wird davon auch reger Gebrauch gemacht.

Dieses nachhaltige und fundiert erarbeitete erarbeitete Werk war für die Gesellschaft für Archäologie in Bayern Grund genug, diese Leistung der Schüler des P-Seminars Latein mit dem "Bayerischen Archäologiepreis Schule" zu prämieren. Neben der Ehrenurkunde erging auch die Einladung an die Schüler, ihr prämiertes Projekt im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Archäologie in Bayern, die vom 25.-27. Oktober in Erding stattfindet, vorzustellen.

Äußerst bemerkenswert war die Tatsache, dass der mit der Ehrung verbundene Sachpreis von 300 EUR dem nächsten P-Seminar am AFG zur Verfügung gestellt wurde, welches die Erarbeitung eines Führers durch die neue archäologische Dauerausstellung des Museums Erding plant.

Verleihung des Bayerischen Archäologiepreises Schule an das Clavius-Gymnasium, Bamberg

Am 03. Juni 2011 überreichte Jürgen Fleckenstein als stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft für Archäologie den Bayerischen Archäologiepreis Schule am Clavius-Gymnasium in Bamberg. Nach der freundlichen Begrüßung durch den Schulleiter OStD Funk würdigte Jürgen Fleckenstein die Leistungen und das herausragende Engagement von 21 Schülerinnen und Schüler sowie der Projektleiterin, StRin Dr. Stefanie Mauder.

Das ausgezeichnete Projekt "Mittelalterarchäologie" bestand aus zwei Teilen:

An der Lehrgrabung im Juli 2010 unter der Leitung des Bamberger Stadtarchäologen Stefan Pfaffenberger M. A. nahmen 14 Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Jahrgangsstufe teil. Durch die Grabung wurde die genaue Lage des abgegangenen Kapuzinerklosters ermittelt, an dessen Stelle heute das Clavius-Gymnasium steht. Darüber hinaus gewannen die hoch motivierten Schülerinnen und Schüler unter fachkundiger Leitung einen Einblick in archäologische Arbeitstechniken vom Abtiefen eines Schnittes mit Pickel und Schaufel über das Putzen der Profile und Plana, das Einmessen von Höhenpunkten und das Messen und Zeichnen der Profile bis zur Auswertung der vielfältigen Funde aus dem 12. bis 20. Jahrhundert.

Den zweiten Teil des Projektes "Mittelalterarchäologie" bildete das Wahlfach Mittelalterarchäologie unter der Leitung von StRin Dr. Stefanie Mauder M.A. Zwölf Schüler der 7. und 8. Jahrgangsstufe, z. T. schon mit Erfahrung aus der Lehrgrabung, setzten sich im Archäologie-Unterricht mit den methodischen Grundlagen des Faches, vielfältigen Aspekten mittelalterlicher Alltagskultur und ausgewählten Fundorten auseinander. Dabei standen neben der Auswertung von Texten, Internet- und Bildquellen auch praktische Arbeiten wie das Zeichnen von Funden, der Bau von Modellen, die Präsentation einzelner Funde aus der vorangegangenen Grabung und Besichtigungen und Führungen vor Ort auf dem Programm.

Das Preisgeld wird zur Finanzierung des Projekts verwendet - und ein Eis für die eifrigen Nachwuchs-Archäologen gibt es auch noch.

Dr. Mauder

Bamberg StRin Dr. Mauder, OStD Funk und StD Jürgen Fleckenstein (GfA)

Bamberg Schüler mit v. l. n. r. Stefan Pfaffenberger M. A., OStD Funk, StRin Dr. Mauder, StD Jürgen Fleckenstein (GfA)

Verleihung des Bayerischen Archäologiepreises Schule an das St. Marien-Gymnasiums der Schulstiftung der Diözese Regensburg

Am 12. Mai 2011 erhielten die Schülerinnen des St. Marien-Gymnasiums der Schulstiftung der Diözese Regensburg von der Gesellschaft für Archäologie in Bayern den Bayerischen Archäologiepreis Schule. Jürgen Fleckenstein, reiste extra an, um den Preis zu überreichen. Neben den 25 Schülerinnen, die in unterschiedlichen Kursen an diesem besonderen Archäologie-Kooperationsprojekt mitgearbeitet hatten, nahmen die beteiligten Lehrkräfte, StRin Katrin Kunert (Archäologiekurs), StRin Heidrun Lanzendörfer und OStRin Beate Mathe (P-Seminar "Römer in Regensburg") sowie die Schulleitung teil. Als Gast begrüßten wir Frau Dr. Codreanu-Windauer vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Jürgen Fleckenstein dankte den Schülerinnen für ihre hervorragende Arbeit. Die Teilnehmerinnen des Archäologiekurses hatten zu den Funden, die beim Schulneubau archäologisch ausgegraben worden waren, eine sehenswerte Ausstellung konzipiert und einen wissenschaftlichen Katalog verfasst. Sie haben die einmalige Chance genutzt, Kleinfunde aus einer römischen Villa aus dem 2./3. Jh., die sich in der Baugrube des neuen Gebäudes zeigten, zu untersuchen und in einer Dauerausstellung zu präsentieren.

Die Schülerinnen des P-Seminars "Römer in Regensburg" gestalteten Informationstafeln, die zu den einzelnen Funden zahlreiche Hintergrundinformationen geben. Sie werden vor allem im Anfangsunterricht Latein sowie Geschichte genutzt. In diesem Rahmen kommen auch die selbst verfassten fiktiven Briefe eines römischen Legionärs zum Einsatz.

In seiner Laudatio hob Jürgen Fleckenstein hervor:

preis regensburg1
"Die Gesellschaft für Archäologie in Bayern hat sich auch der Aufgabe verschrieben, die Anliegen und Ziele von Archäologie und Denkmalpflege in die nächsten Generationen zu tragen. Ein Programm dafür haben wir mit vielen Experten entwickelt und im "Weißenburger Memorandum" festgeschrieben. Wir wollen Archäologie und Denkmalpflege in den Schulen stärken. Ein Schritt auf diesem Weg ist unser Bayerischer Archäologiepreis Schule, dotiert mit 300,- Euro. Ich freue mich, hier und heute diesen Preis im Namen der Gesellschaft für Archäologie und ihrer immerhin fast 3.000 Mitglieder vergeben zu können. Damit zeichne ich das besonders vorbildliche Archäologie-Projekt am St.-Marien-Gymnasium der Schulstiftung der Diözese Regensburg aus. Viele Schülerinnen des P-Seminars und des Profilfaches Archäologie haben über ein ganzes Jahr vor Ort archäologisch gearbeitet. Gemäß dem Motto unseres Archäologiepreises "Schüler gehen in die Archäologie - die Archäologie kommt in die Schule" haben die Schülerinnen mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege / Frau Dr. Codreanu-Windauer und mit dem Historischen Museum Regensburg / Herrn Dr. Boos zusammengearbeitet. Das Ergebnis ist beeindruckend: eine Dauerausstellung der Funde im Schulhaus, sehr schön gestaltete Informationstafeln und ein attraktiver Katalog - ein Info-Ensemble, das mit Gewinn auch für den Unterricht genutzt wird."

Zum Schluss dankte Jürgen Fleckenstein dem Schulleiter, Herrn Linder, der das Projekt ermöglicht und gefördert hat.

Das Preisgeld wird weiterhin für Archäologie-Projekte an der Schule verwendet: Die Ausstellung wird für viele Schülerinnengenerationen lehrreich zur Verfügung stehen. Zwar verabschieden wir die meisten Teilnehmerinnen nach den Abiturprüfungen, aber die Nutzung der Dauerausstellung beginnt erst. Zur Zeit erarbeitet der neue Archäologiekurs 2010/11 mehrere Lern-Boxen für den Anfangsunterricht Geschichte in der 6. Klasse. Gleiches ist für die Oberstufe zum Thema: römische Antike geplant. Ziel dieses neuen Projektes ist die effektive Nutzung der - in dieser Form - einmaligen Ausstellung im Unterricht, ohne trockene Lehrbuchtexte.

Auf der Jahrestagung in Parsberg werden Vertreterinnen des Kurses das gesamte Projekt und auch die neuen Ergebnisse vorstellen.

Katrin Kunert

Über die Preisverleihung berichtet auch die "Mittelbayerische Zeitung" am 20. Mai 2011
in einem umfangreichen Artikel (pdf)