Veranstaltungen in Niederbayern (Apr. - Jun. 17)

Altwege

Altwege haben wahrscheinlich schon seit vorgeschichtlichen Zeiten Ostbayern mit Böhmen verbunden. Eine wichtige und direkte Verbindung ohne große Umwege war der „Böhmweg“ von Deggendorf über Zwiesel, Hartmanice/Hartmanitz nach Susice/Schüttenhofen. Im letzten Jahrzehnt wurde unser Wissen über den Böhmweg durch Feldforschungen stark erweitert. So konnte bewiesen werden, dass es nicht „den Böhmweg“ gibt, sondern zahlreiche Routen, vor allem von der Donau bis zur Rusel. Anhand von vielen Abbildungen soll die Geschichte der „Straße, die nach Böhmen führt“ und des mit ihr verbundenen „Gunthersteiges“ von Johannes Molitor, der sich bereits seit Jahrzehnten mit der Thematik befasst, dargelegt und erläutert werden.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Volkshochschule Deggendorfer Land e.V. statt. Eintritt: 4,- EUR
06. Apr. 17 (Do.), 19:00 Uhr, vhs Deggendorf, Amanstr. 9-11, Lehrsaal 209
Weitere Informationen auf den Seiten des Geschichtsvereins Deggendorf

Männer - wo sind sie geblieben?

In dem Vortrag geht es um mehrere Grabgruppen des 5. und 6. Jahrhunderts aus Burgweinting bei Regensburg. Sie stehen zum einen im Kontext der Völkerwanderungszeit, also jener unruhigen Zeit des Umbruchs zwischen dem Ende römischer Herrschaft und der Etablierung germanischer Königreiche. Damit stellt sich die Frage nach den germanischen Einwanderern und ihrem Umfeld. Moderne naturwissenschaftliche Analysen eröffnen ganz neue Möglichkeiten diese Einwanderungsprozesse zu beurteilen. Zum anderen stellt der Vortrag auch eine weitere Grabgruppe von vornehmlich reichen Frauenbestattungen vor, die im Umfeld des bayerischen Herzogs anzusiedeln sind. Die anthropologische Bestimmung dieser Gräber wirft eine Reihe von Fragen auf, u.a. wo wohl die Männer bestattet wurden.

Vortrag, Frau Dr. Silvia Codreanu-Windauer, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Dienststelle Regensburg
07. Apr. 2017, 19:30 Uhr, Gasthaus Proske, Weidenstraße 2, 84030 Ergolding
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Römische Binnenschiffahrt

Mit dem Mainzer und Straubinger Hafen sowie den augusteischen Bootshäusern von Haltern am See sind feste Einrichtungen bekannt, wo die Schiffe nicht nur anlegen konnten. In der Spätantike ändert sich der Typ der Militärschiffe etwas. Spätantike Schiffe sind etwa in Mainz ausgegraben worden. An den Rekonstruktionen des Oberstimm-Typs aber auch eines Mainzer Schiffes wurden und werden Tests durchgeführt, um Manövrierfähigkeit und Geschwindigkeiten der einzelnen Bauklassen zu testen. Ähnliche Boote verkehrten auf den Seen. Selbst auf kleinen Gewässerläufen konnten Flachbodenschiffe oder Flöße verkehren. Waren auf den Strömen Ruder und Segel die Hauptantriebsarten, wurden solche Fahrzeuge getreidelt oder gestakt. Die großen Ströme waren nicht durchgängig schiffbar. So musste teils umgeladen werden und über gewisse Abschnitte ein Landtransport erfolgen. Zu römischer Zeit hat man deshalb schon die ersten Flussbaumaßnahmen durchgeführt. Trotzdem bedeutete eine Schifffahrt, dass man sich in Gefahr begab. Persönliche Schicksale waren mit der Schifffahrt eng verbunden. Häufig waren die Flussschiffer auch Transportunternehmer, die in Gilden organisiert waren. Einige davon kennen wir über Inschriften und Reliefs.

Vortrag, Prof. Dr. Günther Moosbauer, Leiter Gäubodenmuseum Straubing
27. Apr. 17 (Do.), 19:30 Uhr, Vortragssaal Gäubodenmuseum, Fraunhoferstr. 23, 94315 Straubing
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