Veranstaltungen in Mittelfranken (Apr. - Jun. 17)

Vorträge der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg

12. Apr. 17 Gaben an die Himmelsgötter oder prähistorisches Barbecue? Die vor- und frühgeschichtlichen Brandopferplätze auf dem Schlern (Südtirol)
Auf dem etwa 2.500 m hohen Schlern konnten archäologische Untersuchungen vielfältige Spuren ritualisierter Handlungen seit dem 17. Jh. v. Chr. bis in die heutige Zeit dokumentieren. Vor allem stark fragmentierte, verbrannte Tierknochen aus der Bronzezeit erlauben, die Spuren auf dem Schlern zur Befundgruppe der „Brandopferplätze“ zu zählen. Neuere Grabungen auf dem Schlern lassen jedoch Zweifel an den bisherigen Vorstellungen aufkommen, was an einem Brandopferplatz eigentlich geschah.
Dozent: Dr. habil. Peter Haupt, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
26. Apr. 17 Landschaftsgenetische Untersuchungen im Unterlauf des Rionis – Auf der Suche nach der verschwundenen Stadt Phasis
Beschreibung
Dozent: Dr. Daniel Kelterbaum, Geographisches Institut der Universität zu Köln
27. Apr. 17 Paläontologie am Gletscherrand: Saurierspuren in den Schweizer Alpen
Der Rückgang der Gletscher in den Alpen gibt immer wieder bedeutende Funde frei - davon profitiert auch die Paläontologie. In über 2000 m Höhe wurden in den Schweizer Alpen Fußspuren von Sauriern aus der Trias- Zeit entdeckt. Neben den interessanten Einblicken in die Wirbeltier-Vergesellschaftungen ergeben sich neue Erkenntnisse zur Paläogeographie und Paläoökologie im Gebiet des südlichen Germanischen Beckens und der Tethys. Der Fährtenforscher Hendrik Klein arbeitete mehrere Wochen in einem internationalen Team in den Kantonen Wallis, Glarus und Graubünden in einer auch landschaftlich beeindruckenden Kulisse.
Dozent: Hendrik Klein, Neumarkt
17. Mai 17 Von numinosen Mächten zu menschengestaltigen Göttern. Brand- und Versenkungsopfer im Ostalpenraum
Aus dem Ostalpenraum sind eine ganze Reihe von Opferplätzen, Heiligtümern und Weihegaben aus vorrömischer Zeit bekannt. Weil diese Plätze mehrfach modern und systematisch untersucht werden konnten, gewähren sie nicht nur einen schillernden Einblick in unterschiedliches Opferverhalten, sondern lassen mit der der Eisenzeit unter Einfluss der Etrusker auch den grundlegenden Wandel von der Vorstellung gestaltloser göttlicher Mächte (Numina) hin zur Herausbildung menschengestaltiger Gottheiten erkennen. Nicht Gott schuf den Menschen nach seinem Abbild, wie das Alte Testament vermittelt, vielmehr schuf sich der Mensch Götter nach seinem Abbild, im Ostalpenraum zunächst in Form mächtiger weiblicher Muttergottheiten.
Dozent: Prof. Dr. Paul Gleirscher, Landesmuseum Kärnten, Klagenfurt
28. Jun. 17 Von Issos bis an die Grenzen der Welt – der Alexanderzug nach Asien
Im November des Jahres 333 v. Chr. siegt Alexander bei Issos über den Großkönig Dareios III. Der Großkönig bietet Verhandlungen und Kompromisse über die Herrschaft Asiens an, aber Alexander will mehr. Er will die alleinige Herrschaft über die damals bekannte Welt und er will die Grenzen dieser Welt erweitern wie noch kein Mensch vor ihm. In einem unvorstellbaren Unternehmen bringt er sich und seine Armee wahrlich bis an die Grenzen und darüber hinaus. Folgen wir Alexander von Issos aus über Phönizien, Ägypten, das Zweistromland, den Iran, durch die weite Ebene Zentralasiens nach Afghanistan und an den Hindukusch.
Dozent: Eva Göritz-Henze M.A., Nürnberg

Die Vorträge finden, falls nicht anders angegeben, im Katharinensaal, Nürnberg ab 19:30 Uhr statt.
Weitere Informationen auf den Seiten der NHG Nürnberg

ZwischenWelten - Naturheilige Plätze in vorgeschichtlicher Zeit

Sonderausstellung über Felsen, Höhlen und Quellen und ihre mögliche spirituelle Bedeutung

Menschenschädel in Höhlen, Bronzenadeln in Mooren und Schwerter in Flüssen: Die Vielfalt archäologischer Funde an markanten Plätzen lässt zunächst an Opfergaben denken. Auch haben Felsen, Höhlen und Quellen schon immer eine faszinierende, aber auch unheimliche Wirkung auf den Menschen ausgeübt.

Die Abteilung für Vorgeschichte präsentiert in der Sonderausstellung „ZwischenWelten“ die Archäologie naturheiliger Plätze von der Jungsteinzeit bis zum Ende der Kelten.

Die Schau, die vom 16. Oktober 2016 bis zum 1. Mai 2017 läuft, umfasst damit den Zeitraum der sechs Jahrtausende vor Christi Geburt. Sie bietet einen Überblick über verschiedene Ausprägungen der als heilig interpretierten Plätze und Funde. Zu diesen besonderen Plätzen gehören Kulthöhlen, d. h. Höhlen, in denen in der Vorgeschichte Besitztümer aber auch Tiere und Menschen deponiert wurden, ebenso wie die sogenannten Kult- und Opferfelsen, zu deren Fuß Keramiküberreste gefunden wurden. Auch Deponierungen von Opfergaben in Flüssen, Seen und Quellen, an Passübergängen oder an markanten Plätzen zeugen von der besonderen Bedeutung, die die vorgeschichtlichen Menschen diesen Orten beimaßen.

Sonderausstellung
16. Okt. 2016 bis 01. Mai 2017

Naturhistorisches Museum Nürnberg, Marientorgraben 8, 90402 Nürnberg
Weitere Informationen auf den Seiten des Museums