Veranstaltungen in Mittelfranken

Vorträge der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg

1. Halbjahr 2020

26. Feb. 20 Howard Carter, der Ausgräber Tutanchamuns
Der britische Archäologe Howard Carter ist vor allem durch die sensationelle Entdeckung des Grabes von Tutanchamun im Tal der Könige bekannt. Der Vortrag zeichnet die Karriere und den mühseligen Weg vom einfachen archäologischen Zeichner bis hin zum weltbekannten Ausgräber eines Jahrhundertfundes nach. Carter und sein Team benötigen 10 Jahre, um die über 5 000 Objekte, die sich in diesem Königsgrab fanden zu dokumentieren und aus dem Tal der Könige abzutransportieren.
Dozentin: Dr. Gabriele Pieke, Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim
18. Mrz. 20 BIATEC.NONNOS – Kelten an der mittleren Donau
Archäologische Ausgrabungen zwischen 2008 und 2014 auf dem Burgberg der slowakischen Hauptstadt Bratislava führten zu sensationellen Entdeckungen, welche bislang vorherrschende Forschungsmeinungen in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen. Der Burgberg, der an einem Kreuzungspunkt zwischen Donauweg und Bernsteinroute positioniert ist, war im zweiten Drittel des 1. Jhd. v. Chr. die Akropolis eines keltischen Oppidums und mit römischer Architektur bebaut. Der Vortrag zeigt die neuesten Forschungen zur Spätzeit der keltischen Besiedlung in Bratislava, Devin und weiteren Orten der Südwestslowakei auf.
Dozent: Dr. Wolfgang David M. A., Archäologisches Museum Frankfurt a. M.
25. Mrz. 20 Kreuzfahrer in Jordanien
Die großen Festungen Kerak und Montréal (aubak), aber auch die kleinen Festungen in Petra und die südlichste Kreuzfahrerfestung überhaupt auf der im Roten Meer gelegenen Ile de Graye sollen ebenso näher betrachtet werden wie z. B. die Politik Reinards von Châtillon, des Herrschers von Kerak und Widersachers Saladins.
Dozent: Prof. Dr. Ulrich Hübner, Mainz
02. Apr. 20 Historische Topographie Georgiens
Georgien ist ein Knotenpunkt zwischen Europa und Asien. Viele Völker haben dort ihre Spuren hinterlassen. Trotzdem haben sich die Georgier immer auch ihre eigene Kultur bewahrt. Das Land weist eine außerordentliche landschaftliche Vielfalt auf. Wie die geographischen Besonderheiten die Geschichte Georgiens mitbestimmen zeigt ein Streifzug durch die Jahrtausende.
Dozent: Robert Übelacker, M. A., Nürnberg
08. Apr. 20 Mit der Lokomotive in die Steinzeit
Inhalt des Vortrages sind neue anthropologische Kenntnisse zum Mesolithikum und deren Präsentation im Museum der Naturhistorischen Gesellschaft. Seit 2017 ergaben aktuelle DNA-Analysen ein völlig anderes Menschenbild der mesolithischen Bevölkerung. Dies fand Niederschlag in einer neuen Installation in der Dauerausstellung zur Vorgeschichte im Museum. Erläutert werden Grundlagen und Zusammenhänge.
Dozent: Hans Trauner, NHG
06. Apr. 20 Empurion – Mein Besuch in Nordostspanien
Von Marseille aus gründeten die Griechen einen Handelsstützpunkt im heutigen Golf von Rosas, dem bald eine Siedlung folgte. Schließlich vereinnahmten die Römer den Landstrich und erbauten eine beachtlich große Stadt.
Dozent: Hermann Knapp, Neunkirchen a. Br.
Seminarraum der Norishalle, Marientorgraben 8
29. Apr. 20 Die unbekannte Metropole im Osten – Caesarea Maritima
Auf den Resten eines bereits von den Phöniziern errichteten Handelsplatzes, gründete Herodes der Große zwischen 22 und 10 v. Chr. zu Ehren des Augustus die Stadt Caesarea (zur Unterscheidung von anderen mit dem Beinamen Maritima). Die Stadt wurde schnell zur wichtigsten Metropole neben Alexandria und blühte bis ins 6. Jh. Dieser Vortrag bietet Ihnen einen Eindruck dieser heute eher unbekannten Stadt und macht Sie mit Ihrer spannenden Geschichte vertraut.
Dozentin: Eva Göritz-Henze M. A., NHG
04. Mai 20 Der römisch-germanische Limes
Der Limes in Deutschland gehört zu einer das Römische Reich umfassenden Grenzanlage. Er entstand und entwickelte sich in der Friedenszeit ab ca. 90 n. Chr. und wurde mit den germanischen Kriegszügen Mitte des 3. Jh. n. Chr. aufgegeben. Welche Phasen durchlief der Grenzwall? Wozu diente er? Dies wurde in der historischen Forschung immer wieder neu gedeutet.
Dozent: Robert Übelacker, M. A., Nürnberg
Seminarraum der Norishalle, Marientorgraben 8
13. Mai 20 Neandertaler zwischen Bayern und dem Russischen Altai: Wie das Micoquien aus dem Altmühltal in den Russischen Altai kam
Das Institut für Ur- und Frühgeschichte hat in den letzten Jahren mit neuen Feldforschungen und vergleichenden Inventaranalysen sowohl in Bayern als auch im Russischen Altai begonnen. Im Altai untersucht ein deutsch-russisches Team die Chagyrskaya-Höhle, in der zahlreiche Neandertalfossilien mit Steinwerkzeugen vergesellschaftet sind, die sich deutlich von den bisher aus dem Altai bekannten Industrien unterscheiden. Der Vortrag gibt einen Überblick über die beiden eng verknüpften Forschungsvorhaben.
Dozent: Prof. Dr. Torsten Uthmeier, Institut für Ur- und Frühgeschichte der FAU
18. Mai 20 Rekonstruktionen von römischen Booten und Schiffen in Deutschland
Nachdem in den letzten Jahrzehnten immer wieder Reste römischer Flussschiffe ausgegraben wurden, haben verschiedene Institutionen zunehmend solche Funde rekonstruiert. Ein kleiner Überblick soll versucht werden
Dozent: Werner Feist, NHG Nürnberg
Norishalle, Seminarraum
27. Mai 20 Symbole der Macht. Achaimenidische Monumentalarchitektur
Schon bald nachdem Kyros der Große 550 v. Chr. das erste Weltreich der Geschichte begründet hatte, sah er sich vor die Aufgabe gestellt, angemessene Residenzen zu schaffen, von denen aus das gewaltige Perserreich regiert und verwaltet werden konnte. Die Paläste, die er und seine Nachfolger errichten ließen, knüpfen an Vorläufer des Alten Orients an. Sie sind die eindrucksvollsten materiellen Hinterlassenschaften der Achaimeniden.
Dozent: Dr. Florian Knauß, Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek, München
24. Jun. 20 Das Grab des Aristoteles erneut betrachtet
Im Jahr 2016 verkündete ein griechischer Archäologe, er habe das Grab des berühmten Philosophen Aristoteles in Nordgriechenland entdeckt. In der anschließenden medialen Aufmerksamkeit meldeten sich vereinzelte Stimmen, die daran erinnerten, dass ein angebliches Grab des Aristoteles bereits vor über 100 Jahren gefunden wurde. Auf der Suche nach den Spuren sowohl des Grabes wie auch seiner Ausgrabung ergeben sich einige interessante Entdeckungen, die es erlauben, ein durchaus wohlhabendes Familiengrab der klassischen Zeit zu rekonstruieren.
Dozent: Prof. Dr. Stephan Schmid, Humboldt-Universität, Berlin

Die Vorträge finden, falls nicht anders angegeben, im Katharinensaal, Am Katharinenkloster 6, Nürnberg, ab 19:30 Uhr statt. Für Mitglieder der NHG ist der Eintritt zu den Vorträgen frei, für Nichtmitglieder beträgt der Eintrittspreis 5,00 €.
Weitere Informationen auf den Seiten der NHG Nürnberg